Punkte verkaufen: Kann man Punkte in Flensburg gegen Geld abgeben?

Punkte – übertragen, abgeben, loswerden

Wer Punkte verkaufen möchte, muss mit Preisen zwischen 100 und 1.000 Euro rechnen.

Wer Punkte verkaufen möchte, muss mit Preisen zwischen 100 und 1.000 Euro rechnen.

Gemäß Bußgeldkatalog gibt es Sanktionen für die verschiedensten Verkehrsordnungswidrigkeiten. Bei leichteren Vergehen reicht ein Verwarnungsgeld bis maximal 55 Euro. Wurde schwerwiegender in den Straßenverkehr eingegriffen, verteilen die Behörden ein Bußgeld, Punkte oder ein Fahrverbot. Wer beharrlich gegen die Verkehrsregeln verstößt und mehrere Einträge auf dem Flensburger Punktekonto sammelt, riskiert seine Fahrerlaubnis.

Verkehrssünder, die vermeintlich auf das Auto angewiesen sind, versuchen oftmals, den Punkten zu entgehen. Sind die Vorwürfe der Behörde unbegründet, lässt sich die Strafe mit einem Einspruch oftmals vermeiden. Sind sie aber gerechtfertigt, müssen Punkte, Bußgeld und Fahrverbot allerdings in Kauf genommen werden – eigentlich.

Im Internet finden sich immer häufiger Portale, auf denen Fahrer Punkte in Flensburg verkaufen können. Diese Dienstleistung lassen sich die Anbieter auch entsprechend mit Geld bezahlen. Auf diese Weise können Verkehrssünder ihre Punkte und hohe Geldbeträge loswerden. Doch wenn der Fahrerlaubnisentzug kurz bevor steht, ist das noch ein kleiner Preis. Aber wie funktioniert eigentlich dieses Geschäft?

Flensburg-Punkte verkaufen – so geht’s

Den Führerschein belastende Punkte zu verkaufen, geht nur bei Delikten, bei denen nicht bereits vor Ort die Personalien aufgenommen worden sind bzw. bei denen nicht die Halterhaftung greift (z. B. Park- und Halteverstöße) und die keine Straftat darstellen. Klassisch ist folgende Situation: Jemand wurde geblitzt und die Punkte übernehmen andere. Damit ist der Punktehandel weitgehend auf Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlicht- und Abstandsverstöße begrenzt.

  • Über ein Online-Portal oder im privaten Umfeld wird ein Strohmann gesucht, der bereit ist, die Punkte zu übernehmen – natürlich für Geld. Oftmals sind die Strohmänner nicht auf den Führerschein angewiesen bzw. haben nur wenige Punkte erhalten, weshalb ihnen die Sanktion nichts weiter ausmacht. Der Strohmann muss zudem Ähnlichkeiten (Geschlecht, Alter, Aussehen) mit dem eigentlichen Verkehrssünder aufweisen.
  • Um die Punkte zu verkaufen, wird vereinbart, dass der eigentliche Täter das Bußgeld bezahlt. Das Online-Portal bzw. der Strohmann erhält eine Art Provision, die individuell vereinbart wird.
  • Nach der Einigung wird der Anhörungsbogen bzw. Zeugenfragebogen ausgefüllt und der „echte“ Täter genannt. Daraufhin erhält der Strohmann einen Anhörungsbogen, bei dem er zugibt, die Tat begangen zu haben. Er unterschreibt und sendet das Dokument zurück an die Behörden.
  • Fällt den Behörden dieser Punktehandel nicht auf, erhält der Strohmann einen Bußgeldbescheid. Er erhält die Punkte und ggf. ein Fahrverbot. Das Bußgeld zahlt der eigentliche Täter.
  • Das Bußgeldverfahren gegen den eigentlichen Täter wird eingestellt. Er bleibt unbehelligt.

Es bleibt doch in der Familie: Punkte übernehmen

Nicht immer wird Geld gezahlt. In Familien werden Fahrzeuge oftmals gemeinschaftlich genutzt. Hat beispielsweise die Tochter den PKW geführt und dabei einen Verkehrsverstoß begangen, wird zunächst der Halter angeschrieben. Steht für die Behörden fest, dass der Fahrzeughalter nicht der Täter sein kann, kommt ein Zeugenfragebogen, andernfalls ein Anhörungsbogen.

Viele Eltern haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und wollen ihre Kinder vor Unannehmlichkeiten bewahren. Ist die Tochter beispielsweise noch in der Probezeit, wären die Konsequenzen geringer, wenn die Mutter die Strafe auf sich nehmen würde. Eltern sollten aber hart bleiben, denn wenn sie die Punkte übernehmen, ist das strafbar. Außerdem können die Sprösslinge nichts aus ihren Fehlern lernen.

Kann man Punkte in Flensburg verkaufen? Ist das legal?

Punkte in Flensburg zu verkaufen, ist keine gute Idee. Sie machen sich mit dem Punktehandel strafbar.

Punkte in Flensburg zu verkaufen, ist keine gute Idee. Sie machen sich mit dem Punktehandel strafbar.

Auch wenn der Punktehandel in Flensburg nicht immer auffällt, ist es doch ein hohes Risiko, das eingegangen wird, wenn Kraftfahrer ihre Punkte verkaufen. Mitunter geraten Verkehrssünder an dubiose Persönlichkeiten und laufen Gefahr, selbst betrogen zu werden.

Grundsätzlich gilt der Ablauf vom Punktehandel als recht unkompliziert und wirkt vermeintlich sicher – er ist aber illegal. Fällt der Betrug auf, müssen Verkehrssünder und Strohmann mit schweren Strafen rechnen.

Der Verlust der Fahrerlaubnis ist dann das geringste Problem. Nach § 164 Strafgesetzbuch (StGB) droht eine Freiheitsstrafe von bis fünf Jahren.

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

(3) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer die falsche Verdächtigung begeht, um eine Strafmilderung oder ein Absehen von Strafe nach § 46b dieses Gesetzes oder § 31 des Betäubungsmittelgesetzes zu erlangen. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

Auch wenn das Recht hier eine eindeutige Sprache spricht, kommen viele Kraftfahrer, die ihre Punkte verkaufen, straffrei davon. Jährlich werden ca. neun Millionen Verkehrsverstöße bearbeitet. Den Behörden fehlt häufig das Personal, jeden Fall genau zu prüfen. Dennoch wurde das Problem mit dem Punktehandel erkannt. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) möchte daher vermehrt dagegen vorgehen, dass Sündenböcke Flensburg-Punkte kaufen. Es fehlt allerdings oftmals an der rechtlichen Handhabe.

Legal Punkte loswerden

Wer zu viele Einträge in Flensburg hat, kann auch legal Punkte abbauen. Alle fünf Jahre können Betroffene an einem Fahreignungsseminar teilnehmen. Das geht aber nur bis maximal fünf Eintragungen auf dem Flensburgkonto. Die Punkte verringern sich zudem durch die Tilgungsfrist von zweieinhalb bis zehn Jahren (abhängig vom Verstoß).

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