Das generelle Nachtfahrverbot für LKW

Gibt es ein Nachtfahrverbot in Deutschland?

In Deutschland gibt es kein generelles Nachtfahrverbot für LKW.

In Deutschland gibt es kein generelles Nachtfahrverbot für LKW.

Es gibt gute Gründe gegen ein generelles LKW-Nachtfahrverbot. Die Industrie und der Handel sind im Grunde darauf angewiesen, nachts ihre Waren zu transportieren. Dies gewährleistet beispielsweise, dass am nächsten Morgen frische Waren in den Auslagen der Supermärkten zu finden sind. Ein generelles Nachtfahrverbot hätte in Deutschland auch noch weitere Konsequenzen, denn der Verkehr am Tag wäre deutlich dichter. Nachts, wenn weniger Pendler unterwegs sind, sind auch die Fahrzeiten für die LKW kürzer.

Das grundlegende Ziel eines LKW-Fahrverbots in den Nachtstunden ist die Verringerung der Lärmbelästigung für Anwohner wichtiger Transitstraßen. Obwohl in regelmäßigen Abständen über ein deutsches Nachtfahrverbot diskutiert wird, konnte sich bisher kein solcher Vorstoß durchsetzen. Daher gibt es bisher in Deutschland kein generelles Nachtfahrverbot.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es überhaupt keine Nachtfahrverbote in der Bundesrepublik gibt. Im Zuge der Einführung der LKW-Maut hatte sich der Güterverkehr zum großen Teil auf die kostenlos befahrbaren Bundesstraßen verlagert, weshalb in vielen Ortschaften die Lärmbelastung stieg. In der Folge haben die Bundesländer lokale Nachtfahrverbote auf bestimmten Straßen bzw. Streckenabschnitten erlassen, um eine unnötige Lärmbelastung der Anwohner zu verhindern.

Es handelt sich allerdings um kein generelles Nachtfahrverbot. Die Regelungen sind auch nicht einheitlich. Manchmal betrifft es nur LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 12 Tonnen. In anderen Fällen gilt das Fahrverbot bereits für Fahrzeuge über 3, 5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Wer gegen ein solches Fahrverbot verstößt begeht eine Verkehrsordnungswidrigkeit gemäß § 24 Straßenverkehrsgesetz (StVG). Laut Bußgeldkatalog werden ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg vergeben.

Uneinheitliches Nachtfahrverbot

Laut Verkehrsrecht gibt es kein einheitliches Nachtfahrverbot, das ähnlich dem Sonntagsfahrverbot generell für bestimmte Fahrzeugklassen und Zeiten gilt. Vielmehr handelt es sich um einen Flickenteppich, der lokal vor zu hoher Lärmbelästigung schützen und die LKW zum Fahren auf der mautpflichtigen Autobahn anhalten soll. Bei Nachtfahrten sollte also genau geprüft werden, auf welchen Strecken Sie mit Ihrem LKW fahren dürfen.

Nachtfahrverbote in Europa

Das Lkw-Nachtfahrverbot in Österreich

Das Nachtfahrverbot in Österreich soll Mensch und Umwelt schützen.

Das Nachtfahrverbot in Österreich soll Mensch und Umwelt schützen.

Ein echtes generelles Nachtfahrverbot für LKW gibt es in Österreich. Dieses wurde am 1. Dezember 1989 erlassen, um Mensch und Umwelt vor den Auswirkungen des Transitverkehrs über die Alpen zu schützen. Das Nachtfahrverbot gilt jeweils von 22-5 Uhr und richtet sich an LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen bzw. mehr als 80 Dezibel Fahrgeräusch.

Ausgenommen vom Fahrverbot sind nur Fahrten mit lärmarmen Fahrzeugen und Transporte von leicht verderblichen Lebensmitteln. Diese dürfen am nächtlichen Verkehr teilnehmen.

Mitte der 90er Jahre wurde das Nachtfahrverbot auf leisere LKW ausgedehnt. Wodurch der Anteil an Fahrten mit lärmarmen Lastkraftwagen weiter gestiegen ist. Verschärft wurde das Nachtfahrverbot auch auf Abschnitten A12 (Inntal Autobahn) und A13 (Brenner Autobahn), auf denen das Fahrverbot ganzjährig bereits ab 20 Uhr gilt. Außerdem gibt es in Österreich noch ein Wochenendfahrverbot.

Nachtfahrverbot der Schweiz

Länger gibt es ein generelles nächtliches Fahrverbot in der Schweiz. Dort wurde es bereits in den 1930er Jahren eingeführt. Es richtet sich an alle Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und gilt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

Laut Schweizer Verkehrsrecht werden nur Ausnahmen für unvermeidbare Nachtfahrten gemacht. Dazu muss eine Ausnahmebewilligung im entsprechenden Kanton beantragt werden. Fahrten aus dem Ausland benötigen eine Bewilligung des Einfahrtkantons.

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