Mit der MPU zurück zum Führerschein

Wann wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet?

Nach dem Fahrerlaubnisentzug steht häufig eine MPU an.

Nach dem Fahrerlaubnisentzug steht häufig eine MPU an.

Schreckgespenst MPU – das Gutachten ist bei Kraftfahrern nicht ohne Grund höchst unbeliebt. Immerhin müssen sich Betroffene von verschiedenen Gutachtern untersuchen und bewerten lassen. Der Preis ist hoch, denn wer die MPU nicht bestanden hat, muss in der Regel auch weiterhin auf die Fahrerlaubnis verzichten.

Wer zum sogenannten Idiotentest muss, hat in der Regel etwas grundlegend falsch gemacht. Mit diesen Fehlern sollen sich Kraftfahrer bei einer MPU auseinander setzen und über sich und ihr Verhalten etwas lernen. Im Ergebnis soll es so zu einer Einstellungs- sowie Verhaltensänderung kommen. Ein schwerer Weg für viele Verkehrssünder, die häufig sich eher ungerecht behandelt fühlen und nicht einsehen wollen, dass sie sich überhaupt etwas zuschulden haben kommen lassen.

Vor der Anordnung zum Idiotentest wird der Führerschein entzogen. Kraftfahrer müssen also eine schwere Verfehlung begangen haben, bevor sie zur medizinisch-psychologischen Untersuchung müssen. Die einzelnen Gründe sind oft sehr verschieden. Als häufigster Anlass gelten aber Alkoholfahrten mit einem Promillewert über 1,6 bzw. in einigen Bundesländern bereits ab 1,1 Promille.

Gründe für eine MPU

  • 8 Punkte in Flensburg
  • Promillefahrten bzw. wiederholt unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilgenommen
  • Drogenkonsum bzw. Drogenbesitz
  • Medikamentenmissbrauch
  • Schwerwiegende Straftat im Straßenverkehr

Aber nicht nur Verkehrssünder werden zur Teilnahme an einer MPU aufgefordert. Auch bei geistigen bzw. körperlichen Mängeln können die Behörden eine ärztliche Untersuchung für sinnvoll erachten, um ein Urteil über die Fahrtauglichkeit einer Person treffen zu können.

Warum MPU? – Zweifel an der Fahreignung!

Zur MPU muss, wer zu viele Punkte in Flensburg hat.

Zur MPU muss, wer zu viele Punkte in Flensburg hat.

Einer Anordnung zur MPU liegt stets zugrunde, dass die zuständige Behörde Zweifel an der Fahreignung eines Kraftfahrers hat.

In der Regel müssen diese Zweifel durch entsprechende Gutachten ausgeräumt werden, soll die Fahrerlaubnis wiedererlangt werden.

Im § 11 Abs. 1 und 2 Fahreignungs-Verordnung (FeV) heißt es zum Thema Fahreignung:

(1) Bewerber um eine Fahrerlaubnis müssen die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen. Die Anforderungen sind insbesondere nicht erfüllt, wenn eine Erkrankung oder ein Mangel nach Anlage 4 oder 5 vorliegt, wodurch die Eignung oder die bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen wird. Außerdem dürfen die Bewerber nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen haben, sodass dadurch die Eignung ausgeschlossen wird. Bewerber um die Fahrerlaubnis der Klasse D oder D1 und der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung gemäß § 48 müssen auch die Gewähr dafür bieten, dass sie der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht werden. Der Bewerber hat diese durch die Vorlage eines Führungszeugnisses nach § 30 Absatz 5 Satz 1 des Bundeszentralregistergesetzes nachzuweisen.

(2) Werden Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung des Fahrerlaubnisbewerbers begründen, kann die Fahrerlaubnisbehörde zur Vorbereitung von Entscheidungen über die Erteilung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis oder über die Anordnung von Beschränkungen oder Auflagen die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens durch den Bewerber anordnen. Bedenken gegen die körperliche oder geistige Eignung bestehen insbesondere, wenn Tatsachen bekannt werden, die auf eine Erkrankung oder einen Mangel nach Anlage 4 oder 5 hinweisen. […]

Demnach wird bereits vor Ersterteilung der Fahrerlaubnis geprüft, ob die entsprechende Fahreignung gegeben ist. Sollte es Zweifel geben, muss ein Gutachten erstellt werden. Der zweite Absatz gibt den Behörden die Möglichkeit, auch nachträglich ein ärztliches Gutachten anzuordnen, um die Fahreignung überprüfen zu lassen. Eine solche Überprüfung muss gewissen rechtlichen Rahmenbedingungen genügen. Dies beginnt bereits bei der Bestimmung des Gutachters.

Zulässige Gutachter gemäß § 11 FeV zur Überprüfung der Fahreignung:

  • zuständigen Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation
  • Arzt des Gesundheitsamtes oder einem anderen Arzt der öffentlichen Verwaltung
  • Arbeitsmediziner oder Betriebsmediziner
  • Rechtsmediziner
  • Arzt in einer Begutachtungsstelle für Fahreignung

Bei der ärztlichen Untersuchung handelt es sich allerdings noch nicht zwingend um eine MPU. Diese wird gemäß drittem Absatz des § 11 FeV in folgenden Fällen angeordnet:

Die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (medizinisch-psychologisches Gutachten) kann zur Klärung von Eignungszweifeln für die Zwecke nach Absatz 1 und 2 angeordnet werden,

  1. wenn nach Würdigung der Gutachten gemäß Absatz 2 oder Absatz 4 ein medizinisch-psychologisches Gutachten zusätzlich erforderlich ist,
  2. zur Vorbereitung einer Entscheidung über die Befreiung von den Vorschriften über das Mindestalter,
  3. bei erheblichen Auffälligkeiten, die im Rahmen einer Fahrerlaubnisprüfung nach § 18 Absatz 3 mitgeteilt worden sind,
  4. bei einem erheblichen Verstoß oder wiederholten Verstößen gegen verkehrsrechtliche Vorschriften,
  5. bei einer erheblichen Straftat, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr steht, oder bei Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen,
  6. bei einer erheblichen Straftat, die im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung steht, insbesondere wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial bestehen oder die erhebliche Straftat unter Nutzung eines Fahrzeugs begangen wurde,
  7. bei Straftaten, die im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung stehen, insbesondere wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial bestehen,
  8. wenn die besondere Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen nach Absatz 1 zu überprüfen ist oder
  9. bei der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, wenn
    a) die Fahrerlaubnis wiederholt entzogen war oder
    b) der Entzug der Fahrerlaubnis auf einem Grund nach den Nummern 4 bis 7 beruhte.

Oft wird die MPU als Schikane von den Behörden erlebt. Betroffene empfinden sie eher als eine Art Bestrafung. Dies ist allerdings ein Fehlschluss. Tatsächlich ist es so, dass bei einer MPU gewisse Fragen zur Fahrtauglichkeit beantwortet werden sollen. Die Fragestellung ist demnach auch von Einzelfall zu Einzelfall verschieden. Wurde in der MPU die Fahreignung bestätigt, erhält der Kraftfahrer seine Fahrerlaubnis zurück und kann wieder am Straßenverkehr teilnehmen.

Exkurs: Warum sollte nicht vom Idiotentest gesprochen werden?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wird häufig auch abfällig als Idiotentest bezeichnet. Der Begriff „Idiotentest“ ist allerdings auch geschichtlich negativ belegt. Den Ursprung hat er im Dritten Reich. Damals beschrieb er eine Methode zur Unterscheidung von „wertvollen“ und „unwerten“ Leben. Zu leiden hatten insbesondere Personen mit Behinderungen, die während der Naziherrschaft bei Euthanasie-Programmen ermordet worden sind. Diese negative Konnotation ist häufig nicht mehr bekannt, daher sollte sich jeder bei der Verwendung des Begriffs „Idiotentest“ fragen, ob es das ist, was ausgedrückt werden soll.

Die MPU hat einen verkehrsrechtlichen Hintergrund. Mit dem Idiotentest der Nazis hat sie nichts gemein, daher wird empfohlen, auf den Begriff „Idiotentest“ generell zu verzichten.

Ab wie viel Promille folgt die MPU?

Pro Jahr müssen über 50.000 Personen wegen Alkohol zur MPU.

Pro Jahr müssen über 50.000 Personen wegen Alkohol zur MPU.

Zu viel Alkohol führt zur MPU. Soviel ist zumindest klar. Im deutschen Verkehrsrecht gibt es strenge Bestimmungen zu Alkohol am Steuer. Wer gegen die Promillegrenze verstößt, erhält gemäß Bußgeldkatalog ein hohes Bußgeld und ein saftiges Fahrverbot. Wiederholungstäter müssen sogar drei Monate auf den Führerschein verzichten und wenigstens 1.000 Euro Bußgeld zahlen.

Gerade Wiederholungstäter leben gefährlich, denn wer mehrfach mit Alkohol im Blut aufgegriffen wird, riskiert nicht nur die Sicherheit im Verkehr, sondern auch seinen Führerschein. Häufen sich die Delikte, gehen die Behörden schnell von einer Alkoholproblematik aus und vermuten ggf. sogar Alkoholismus, was grundsätzlich zum Entzug der Fahrerlaubnis führt.

Aber auch Ersttäter müssen um ihren Führerschein fürchten, sollten sie zu tief ins Glas geschaut haben. Ab 1,1 Promille wird die Fahrerlaubnis entzogen. Handelt es sich noch bis 1,09 Promille um eine Ordnungswidrigkeit, gelten alle Werte darüber als Straftat. Eine MPU war bis vor wenigen Jahren allerdings noch nicht zu befürchten, diese war erst ab 1,6 Promille verpflichtend.

Mittlerweile scheint sich aber die Sicht auf die Dinge verändert zu haben. Einige Bundesländer sind nämlich dazu übergegangen, die MPU bereits ab einem Wert von 1,1 Promille zu vergeben. Ursächlich waren zwei Urteile, bei denen eine MPU mit einem Wert unter 1,6 Promille gerechtfertigt wurde. Bisher vergeben noch nicht alle Bundesländer die MPU bei 1,1 Promille. Zur neuen Praxis sind bisher Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern übergegangen. Rechtsexperten vermuten allerdings, dass in naher Zukunft auch die anderen Länder nachziehen werden.

MPU-Vorbereitung: Bestehen will geübt sein

Zwischen Führerscheinentzug und MPU liegen mehrere Monate bis Jahre. Entscheidend ist dabei die Sperrfrist, deren Dauer sich in der Regel am begangenen Delikt orientiert. Im Gesetz ist die Sperrfrist begrenzt auf mindestens sechs Monate bis maximal fünf Jahre. Vor der MPU muss die Sperrfrist also abgewartet werden. Erst drei Monate vor Ablauf ist es möglich, einen Antrag auf Neuerteilung bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zu stellen.

Viele stellen sich die Sperrfrist wie ein längeres Fahrverbot vor. Dies ist allerdings nicht der Fall, auch wenn bei manchen Delikten, der Führerschein ohne weitere Auflagen nach Ablauf der Frist ausgehändigt werden kann. Ob ein Gutachten erstellt werden muss, liegt aber auch häufig an der Einschätzung der Behörden, die jeden Einzelfall entsprechend bewerten.

Überprüfen der eigenen Einstellung

Endlich wieder hinterm Steuer: Eine MPU bestehen kann nur derjenige, der sich vorbereitet.

Endlich wieder hinterm Steuer: Eine MPU bestehen kann nur derjenige, der sich vorbereitet.

Betroffene, welche nach der Sperrfrist eine MPU erwarten müssen, sollten die Zeit sinnvoll nutzen und sich grundlegend mit den Gründen auseinandersetzen, die zum Führerscheinentzug geführt haben.

Dies ist vermutlich der wichtigste Part bei der Vorbereitung einer MPU. Jeder, der versteht, warum er etwas getan hat, kann in zukünftigen Situationen eine andere Entscheidung treffen.

Erfahrungsgemäß gibt es drei Herangehensweisen, wie Betroffene in die MPU gehen. Nur eine ist allerdings wirklich erfolgversprechend. Es ist entsprechend wichtig, die eigene Einstellung zu überprüfen.

  • MPU als Unterdrückung: Viele Kraftfahrer stehen ohnmächtig einer Anordnung einer MPU gegenüber. Die verfluchen den Staat, die Behörde und Politiker. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und machtlos gegenüber dem Druck des Staates. Diese Einstellung führt dazu, dass Betroffene versuchen das System auszutricksen, sich der MPU zu entziehen oder bei der MPU nicht kooperativ sind.
  • MPU als Inquisition: Die meisten empfinden es als unangenehm, wenn jemand zu den privatesten Angelegenheiten Fragen stellt. Gerade bei der Alkoholproblematik ist das nicht selten ein Problem. Der Gutachter ist allerdings verpflichtet näher nachzuhaken, immerhin muss er bewerten, ob Betroffene weiterhin eine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen.
  • MPU als Möglichkeit: Die meisten Kraftfahrer werden nie in der Situation sein, eine MPU machen zu müssen. Betroffene sollten daher genau ihr Verhalten überprüfen und für sich klären, was sie in diese Lage gebracht hat. Letztlich handelt es sich in der Regel um eigene Verfehlungen. Diese erzwungene Selbstreflektion kann nicht nur dazu führen, dass die Fahrerlaubnis wiedererteilt wird, sondern auch andere Lebensbereiche können profitieren. Gerade bei Suchtproblematiken ist dies der Fall.

Wer sich gegen die MPU wehrt, verspielt kostbare Energie, die er für eine gründliche Vorbereitung benötigt. Die MPU als Chance zu begreifen, bündelt die Kräfte und steigert die Wahrscheinlichkeit des Bestehens. Letztendlich können Betroffene sich eh nicht gegen die MPU wehren, wenn sie ihren Führerschein zurück haben wollen. Sie sollten also das Beste aus der Situation machen.

Die MPU-Beratung und der MPU-Vorbereitungskurs

Die medizinisch-psychologische Untersuchung dauert ca. 2,5 Stunden.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung dauert ca. 2,5 Stunden.

Hilfreich bei der Vorbereitung kann auch eine sogenannte MPU-Beratung sein. Häufig stehen Betroffene vor vielen Fragen und wissen nicht genau, wie sie die MPU angehen sollen.

Bei einer oftmals auch kostenlos angebotenen Beratung können sie sich informieren und auf diese Weise ihren Weg finden.  Eine verkehrspsychologische Beratung bzw. ein Gespräch mit einem Fachmann kann also bereits ein erster Schritt zur erfolgreichen MPU sein.

Erfahrungsgemäß ist die Neuerteilung der Fahrerlaubnis umso wahrscheinlicher, je eher ein Betroffener mit der Vorbereitung beginnt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anbietern, welche häufig kostenpflichtige Vorbereitungskurse anbieten. Diese werden als Einzel- oder Gruppenseminar angeboten. Bei der Entscheidung für einen Vorbereitungskurs sollte allerdings neben dem Preis auch auf die Seriosität geachtet werden.

Seriöse Anbieten lassen sich grundsätzlich daran erkennen, dass sie kostenlose Vorgespräche anbieten und eine transparente Preisgestaltung haben. Außerdem nehmen sie sich Zeit und gehen objektiv auf den jeweiligen Einzelfall ein. Wichtig ist auch, dass Kursleiter eine verkehrspsychologische Ausbildung mitbringen, um Betroffene optimal beraten zu können.

MPU-Tipps: Was können Sie noch tun?

Eine MPU kann unter Umständen sehr teuer werden, weshalb eine gute Vorbereitung nicht nur dazu führt, dass Sie den Führerschein früher in Händen halten, sondern Sie können auch viel Geld sparen, wenn es Sie davor bewahrt, die MPU wiederholen zu müssen.

Vorbereitungsmöglichkeiten:

  • Suchen Sie nach kostenlosen oder kostenpflichtigen Beratungsmöglichkeiten.
    Auch staatliche bzw. amtliche Stellen wie TÜV und Dekra haben oft ein breites Angebot.
  • Investieren Sie Zeit in das Selbststudium.
    Wichtige Themen sind das Verkehrsrecht und die MPU als solches. Nur wenn Sie wissen was auf Sie zukommt, können Sie sich optimal darauf vorbereiten.
  • Recherchieren Sie in Foren und Blogs zum Thema MPU.
    Vergleichen sie sich und ihre Situation mit ähnlichen Fällen. Unter Umständen können Sie von einem Erfahrungsbericht etwas lernen.
  • Befassen Sie sich mit sich selbst
    und versuchen Sie herauszufinden, warum es Ihnen schwer fällt die Verkehrsregeln zu beachten bzw. warum Sie ein Problem mit Alkohol oder Drogen haben.
  • Bereiten Sie sich auf Fachfragen zu ihrem Einzelfall vor.
    Wie wirkt die Droge, wie lange dauert der Abbau von Alkohol, welche Verkehrsregel erhält Anwendung?
  • Akzeptieren Sie Ihren Fehler!
    Sie haben etwas falsch gemacht, aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

MPU ohne Vorbereitung – geht das?

Es ist in Deutschland jedem selbst überlassen, wie er sich auf die MPU vorbereitet. Eine Verpflichtung zur Teilnahme  an einer MPU-Beratung oder an einem Vorbereitungskurs gibt es nicht. Häufig ist dies auch eine Frage des Geldbeutels. Gänzlich unvorbereitet in die MPU zu gehen, ist allerdings nicht empfehlenswert. Dies hängt aber stets von der individuellen Situation ab. Bei Suchtproblematiken ist es aber stets empfehlenswert, professionell vorzugehen.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

Ein MPU-Gutachten kann von den Behörden gefordert werden, nachdem Sie einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt haben.

Ein MPU-Gutachten kann von den Behörden gefordert werden, nachdem Sie einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt haben.

Damit nach einem Fahrerlaubnisentzug der Führerschein wiedererteilt werden kann, muss der Fahrerlaubnisbehörde ein positives MPU-Gutachten vorgelegt werden, welches die Fahrtauglichkeit bestätigt. Grundsätzlich kann die MPU so oft wiederholt werden, bis sie letztlich auch bestanden wird.

Grenzen werden nur durch den eigenen Geldbeutel gesetzt. Außerdem ist es ratsam, zwischen mehreren Versuchen einen gewissen zeitlichen Abstand zu lassen.

In dieser Zeit sollte sich intensiv auf die Untersuchung vorbereitet werden. Wer eine MPU an die andere hängt, erweckt den Eindruck, dass er sich nicht ausreichend mit seinen Verfehlungen auseinander gesetzt hat. Die Arbeit an sich selbst braucht Zeit. Diese Zeit sollten Betroffene sich auch geben.

Wo kann ein MPU-Test durchgeführt werden?

Gegenwärtig gibt es in Deutschland 16 Träger, die als Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zugelassen sind. Nur bei einem dieser amtlich anerkannten Träger kann eine MPU durchgeführt werden. Für welche Institution sich Betroffene entscheiden, liegt allerdings in ihrem Ermessen.

Zugelassene MPU-Begutachtungsstellen

  • Absolut Diagnostics GmbH
  • ABV Gesellschaft für Angewandte Betriebspsychologie und Verkehrssicherheit mbH
  • ASS-MPU Gesellschaft für Sicherheit im Straßenverkehr UG (haftungsbeschränkt)
  • AVUS Gesellschaft für Arbeits-, Verkehrs- und Umweltsicherheit mbH
  • BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH
  • DEKRA e.V. Dresden
  • ias Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung
  • IBBK Institut für Beratung – Begutachtung – Kraftfahrereignung GmbH
  • MPUmax GmbH
  • pima-mpu GmbH
  • ProSecur GmbH
  • TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG
  • TÜV SÜD Life Service GmbH
  • TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
  • TÜV Thüringen e.V.
  • Universitätsklinikum Heidelberg – Institut für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin

MPU-Begutachtungsstellen

Eine Auflistung aller Begutachtungsstellen für Fahreignung in Ihrer näheren Umgebung finden Sie nach Postleitzahl geordnet auf der Webseite der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Nur diese Anstalten sind amtlich zugelassen und zur Durchführung der MPU berechtigt.

Was kostet eine MPU?

Die gesamten MPU-Kosten sind häufig vierstellig.

Die gesamten MPU-Kosten sind häufig vierstellig.

Die Kosten einer MPU sind gesetzlich festgeschrieben und für jedermann einsehbar. Zu finden sind MPU-Kosten in der Anlage 1 Abschnitt 3 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt). Die zu zahlende Summe ist allerdings vom Delikt und dem Grund der MPU abhängig.

So sind für den MPU-Test die Kosten beispielsweise bei einem Drogendelikt höher als bei einer Begutachtung einer Person mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

Auszug aus der Anlage 1 GebOSt:

Untersuchungen der amtlich anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung
451medizinisch-psychologische Gutachten nach den §§ 2a und 4 Absatz 10 StVG sowie § 11 Absatz 3, den §§ 13 und 14 FeV
451.1körperliche und geistige Beeinträchtigungen (§ 11 Absatz 3 i. V. m. Absatz 2 FeV), ausgenommen neurologisch-psychiatrische Beeinträchtigungen204,00
451.2neurologisch-psychiatrische Beeinträchtigungen (§ 11 Absatz 3 i. V. m. Absatz 2 FeV)289,00
451.3Auffälligkeit bei der Fahrerlaubnisprüfung (§ 11 Absatz 3 Nummer 3 FeV)220,00
451.4Tatauffällige (allgemein, ausgenommen Gebührennummern 451.5 und 451.6; § 11 Absatz 3 Nummer 4 und 5, Absatz 10 Nummer 2 FeV und § 2a Absatz 4 und 5 sowie § 4 Absatz 10 StVG)292,00
451.5Alkoholauffällige (§ 13 Nummer 2 FeV)338,00
451.6Betäubungsmittel- und Medikamentenauffällige (§ 14 FeV)
Soweit von der Begutachtungsstelle selbst ein Drogenscreening durchgeführt wird, erhöht sich der Betrag um 128,00 Euro.
338,00
451.7Untersuchungen bei Mehrfachfragestellungen (§ 11 Ab-
satz 6 FeV)
für die Fragestellung mit der höchsten Gebühr den vollen Satz; für alle weiteren Fragestellungen insgesamt 1/2 der hierfür geltenden höchsten Gebühr
451.8Teiluntersuchungen oder Nachuntersuchungen1/2 bis 2/3 der jeweiligen Gebühr nach den Nummern
451.1 bis 451.6

Die Kosten für die MPU sind grundsätzlich in jedem Bundesland gleich. Auch die Träger können keinen Aufschlag berechnen. In der oben stehenden Tabelle sind Netto-Werte angegeben. Die Mehrwertsteuer muss also noch entsprechend berücksichtigt werden. Mehrkosten entstehen ggf. auch durch Drogenscreening. Wer wegen mehrerer Delikte zur MPU muss, sollte mit einem hohen Aufschlag rechnen.

Weitere offizielle Kosten fallen laut GebOSt nicht an. Allerdings sollte beachtet werden, das Kosten der MPU-Vorbereitungskurse das gesamte Unterfangen entsprechend verteuern kann. Für Gruppenkurse sind die Kosten im Bereich 500 bis 600 Euro angesiedelt. Einzelkurse fallen mit rund 1.500 Euro ins Gewicht. Ein Verkehrspsychologe hat im Durchschnitt einen Stundensatz von 80 bis 150 Euro. Hier handelt es sich allerdings um freiwillige Kosten. Sollte allerdings nach der MPU noch eine Nachschulung verlangt werden, müssen je nach Träger 400 Euro dafür eingerechnet werden.

Beispielrechnung MPU wegen Drogen

  • MPU-Kosten: 338 Euro
  • Drogenscreening: 128 Euro
  • Gruppenkurs: 600 Euro
  • Nachschulung: 400 Euro
  • Gesamt: 1.466Euro

Wie ist bei einer MPU der Ablauf?

Bei der MPU können Leberwerte für den Nachweis von Medikamenten, Drogen- oder Alkoholmissbrauch wichtig sein.

Bei der MPU können Leberwerte für den Nachweis von Medikamenten, Drogen- oder Alkoholmissbrauch wichtig sein.

Nach der Aufforderung zur MPU müssen sich Betroffene für eine Begutachtungsstelle entscheiden und dies der Führerscheinstelle mitteilen. Anschließend übermittelt die Behörde die Akte des Betroffenen an die Begutachtungsstelle und teilt dieser ihre Fragestellung mit. Spätestens wenn der der Termin für die MPU steht, sollte unbedingt mit der Vorbereitung begonnen werden.

Auch die Gutachter nutzen die Zeit, um im Vorfeld der MPU die Akte sorgsam zu prüfen. Dadurch erhalten sie ein umfassendes Bild über die jeweilige Problematik.

Bei der eigentlichen MPU gibt es einen medizinischen und einen psychologischen Teil. Je nach Fragestellung der Behörden gliedert sich eine MPU aber in drei Bereiche:

  • Testdiagnostik
  • Verkehrsmedizin
  • Verkehrspsychologie

Wie lange dauert eine MPU?

Bei einer MPU ist die Dauer grundsätzlich von der jeweiligen Fragestellung abhängig, weshalb die Untersuchung angeordnet wurde. Eine Alkohol- und Drogenproblematik kann unter Umständen mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ein Geschwindigkeitsvergehen eines Kraftfahrers in der Probezeit.

Demnach ist die Dauer der MPU von den Fragen und Antworten im Gespräch stark abhängig. Es ist aber davon auszugehen, dass sie mehrere Stunden in Anspruch nehmen wird. Im Durchschnitt sind es aber ca. 2,5 Stunden.

Zeitlicher Ablauf der MPU:

  • Anmeldung (10 Minuten)
  • Fragebogen ausfüllen (30 Minuten)
  • Medizinischer Teil (30 Minuten)
  • MPU-Leistungstest (20 Minuten)
  • Psychologische Untersuchung (60 Minuten)

MPU-Reaktionstest

Beim Leistungstest bzw. Reaktionstest der MPU geht es darum, herauszufinden, ob der Betroffene physisch zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Untersucht werden mit entsprechenden Testverfahren die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeiten sowie die Reaktionsgeschwindigkeit. Wie genau dieser Teil der MPU abläuft, ist stark von der jeweiligen Fragestellung der Behörde abhängig.

Angst vor diesem Test muss niemand haben, denn es werden weder Computerkenntnisse vorausgesetzt, noch werden Betroffen ins „kalte Wasser“ geworfen. Bevor „scharf“ getestet wird, gibt es eine gründliche Einweisung und Übungsphase. Kommt es dennoch zu Problemen und der Test wird nicht bestanden, gibt es noch die Möglichkeit der Fahrverhaltensbeobachtung, bei der auf einer Teststrecke Betroffene ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.

Medizinische Untersuchung

Es erwartet Sie ein Arztgespräch bei der MPU.

Es erwartet Sie ein Arztgespräch bei der MPU.

Der medizinische Teil der MPU stellt häufig eine Hürde für Personen dar, welche wegen einer Drogen- und Alkoholproblematik ein Gutachten vorlegen müssen. Zunächst findet ein sogenanntes Arztgespräch mit einem Verkehrsmediziner statt.

Die medizinische Vorgeschichte wird abgeklärt und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Wichtig können auch Leberwerte für die MPU sein, wenn beispielsweise Trinkgewohnheiten überprüft werden sollen. Bei Drogen kann eine Haaranalyse für die MPU vollzogen werden, um einen Langzeitkonsum nachzuweisen.

Hierbei handelt es sich um labormedizinische Tests. Auf die Ergebnisse von Blut-, Urin- oder Haarproben müssen Betroffene in der Regel aber warten. Erst nach einer Laboruntersuchung im Nachgang der MPU stehen sie bereit.

Ziel der Untersuchung ist es, Krankheiten und Mängel, welche die Fahrtauglichkeit beeinflussen, auszuschließen. Wird beispielsweise eine MPU wegen Alkohol durchgeführt, geht es darum zu überprüfen, ob ggf. ein Alkoholismus vorliegt. Für die MPU sind dann besonders die Leberwerte von Bedeutung.

In der ärztlichen Untersuchung geht es grundsätzlich um Fakten und nachprüfbare Werte. Da der Termin aber oft bereits weit im Voraus festgelegt wird, bietet dies Raum zum Tricksen. Gerade bei Alkohol und Drogen wäre es beispielsweise möglich, den Konsum speziell vor der MPU zu drosseln, um ein positives Ergebnis herbeizuführen, obwohl keine Verhaltensänderung stattgefunden hat. Daher können im Rahmen der MPU auch Abstinenznachweise gefordert werden.

Ob Abstinenz oder kontrolliertes Trinken in der MPU nachgewiesen werden muss, ist konkret von den Umständen abhängig, welche die Betroffenen in diese Lage gebracht haben. Unter dem Begriff „kontrolliertes Trinken“ wird in der Verkehrspsychologie ein sehr seltener und nicht spontaner Konsum von Alkohol verstanden.

Brauche ich einen Abstinenznachweis für die MPU?

Bei Drogen sind Abstinenznachweise quasi obligatorisch. Je nach Stärke des Konsums müssen sechs oder zwölf Monate Abstinenz nachgewiesen werden. Dafür werden sogenannte Drogenscreenings erstellt. Für die MPU ist die Haaranalyse besonders interessant, weil dadurch ein längerer Zeitraum überprüft werden kann. Die Urinprobe bietet aber auch gute Ergebnisse.

Bei Alkohol kommt es auf den vorherigen Konsum und die Größe des Problems an. Entscheidend sind beispielsweise der Promillewert am Tattag und Trinkmotive.

Psychologisches Gespräch

Bei einer MPU wegen Alkohol kann ein Absitinenznachweis erforderlich sein.

Bei einer MPU wegen Alkohol kann ein Absitinenznachweis erforderlich sein.

Im Gespräch mit dem Verkehrspsychologen werden insbesondere Gründe für die Verkehrsauffälligkeit besprochen. Das Ergebnis besteht in einem psychologischen Gutachten, was maßgeblich für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ist.

Der Gutachter stellt je nach Untersuchungsschwerpunkt der MPU Fragen zu beispielsweise Drogen, Alkohol oder  Aggressionspotential.

Ziel des psychologischen Gesprächs ist es, zu überprüfen, ob Sie in der Zwischenzeit seit dem Fahrerlaubnisentzug Ihr Verhalten überdacht und geändert haben oder ob die Gefahr besteht, dass Sie wieder in die alte Routine zurückfallen. Haben Betroffene Einsicht in ihr eigenes Fehlverhalten und die entsprechenden Konsequenzen gezogen?

Für eine bessere Nachvollziehbarkeit werden die psychologischen Gespräche in der Regel dokumentiert. Damit Missverständnisse ausgeschlossen werden können, kommen dazu oftmals auch Audioaufnahmen zum Einsatz.

Gibt es einen MPU-Fragenkatalog?

Grundsätzlich gilt, dass jede MPU stets vom Einzelfall abhängig ist. Welche Fragen zum Einsatz kommen, ist also von der jeweiligen Vorgeschichte und der zu beantwortenden Problemstellung bestimmt. Es gibt zwar Bücher, welche MPU-Testfragen beinhalten, aber ein Auswendiglernen der Antworten macht nur wenig Sinn. Immerhin geht es im Gespräch um eine Prognose. Der Psychologe prüft also nicht nur Ihre Antwort, sondern auch wie Sie antworten.

Sie sollten sich daher gründlich auf die Fragesituation vorbereiten. Dazu gehört, dass Sie sich konkret mit Ihrem Fehlverhalten auseinander gesetzt haben, tief in sich hineinschauen und plausibel darlegen können, warum Sie heute einsehen, dass das damalige verhalten falsch war und was Sie motiviert sich in Zukunft korrekt zu verhalten.

Bei der MPU durchgefallen – was können Betroffene tun?

Der Begriff "Idiotentest" sollte nicht verwendet werden.

Der Begriff “Idiotentest” sollte nicht verwendet werden.

Es ist definitiv nicht leicht. Bei jährlich um die 100.000 Teilnehmern der MPU ist die Durchfallquote von rund 50 % sehr hoch. Nicht ohne Grund haben Betroffene häufig Angst, ihren Führerschein nie wieder zu sehen.

Am eigentlichen Ergebnis können Sie aber nichts mehr ändern. Die Hoffnung im Nachhinein noch das “Ruder rumzureißen”, sollten Sie aufgeben. Eine Korrektur des Gutachtens ist höchst unwahrscheinlich. Darüber nachzugrübeln, ob ein Gutachter Sie falsch verstanden hat oder Sie durchfallen lassen wollte, bringt Sie nicht weiter.

Nach der durchgefallenen MPU ist vor der erfolgreichen MPU. Akzeptieren Sie das Ergebnis. Offenbar waren Sie noch nicht soweit. Im Gutachten können Sie nachlesen, wie Sie eingeschätzt werden. Wo vielleicht Probleme sind, die Sie noch nicht richtig angegangen sind.

Setzen Sie sich zudem nicht unter Druck. Versuchen Sie sich das nächste Mal besser vorzubereiten. Es gibt im Übrigen keine Beschränkung, wie oft und in welchem Abstand Sie die MPU durchführen dürfen. Es ist aber sinnvoll, sich zwischen verschieden Versuchen Zeit zu geben, um die Fehler wirklich anzugehen und sich richtig vorzubereiten.

Nicht abgeben!

Das negative Gutachten sollten Sie aber nicht abgeben. Der Auftrag der Behörde an Sie ist es, ein positives Gutachten vorzulegen. Ein Anrecht auf das negative Gutachten hat die Führerscheinstelle daher nicht. Selbst wenn Ihnen mitgeteilt wird, dass ohne Abgabe Ihr Antrag auf Neuerteilung abgelehnt wird, ist es nicht ratsam, diesem Begehren zu folgen. Der Antrag wird vermutlich sowieso abgelehnt. Es wäre sogar möglich, den Antrag komplett zurückzuziehen und im Anschluss neu zu stellen.

Eine negative MPU in den Akten kann jedem Betroffenen irgendwann einmal auf die Füße fallen. Immerhin hat die Behörde dadurch einen Beleg, dass sie die Fahreignung nicht besitzen.

Nachschulung gemäß § 70 FeV

Bei einer MPU werden auch Fragen zu Drogen gestellt.

Bei einer MPU werden auch Fragen zu Drogen gestellt.

Fiel bei der MPU das Ergebnis nicht eindeutig positiv oder negativ aus, kann es sein, dass einem Kraftfahrer die Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Fahreignung empfohlen wird.

Es gibt also auch weiterhin Zweifel an der Fahreignung, obwohl gute Ansätze im Verhalten erkannt worden sind. Diese scheinen aber noch nicht in Mark und Bein übergegangen zu sein und müssen sich erst verfestigen.

Durch den §70-Kurs bleibt Betroffenen eine weitere MPU erspart. Ohne die Teilnahme wird der Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis allerdings abgelehnt.

Die MPU-Nachschulung ist für Betroffene, die mit Alkohol oder Drogen am Steuer gefahren sind, die MPU nicht eindeutig bestanden haben, eine positive Entwicklung vorweisen können, allerdings noch keine dauerhafte Verhaltensänderung vollzogen haben. Es ist also noch etwas Arbeit zu leisten.

Wer führt den §70-Kurs durch?

  • AFN Gesellschaft für Ausbildung, Fortbildung und Nachschulung e.V.
  • DEKRA Akademie GmbH
  • Verkehrspsychologisches Institut IDRAS SYSTEMS UG (haftungsbeschränkt)
  • Impuls Institut für medizinisch- psychologische Unternehmensleistungen und Schulungen GmbH
  • Institut für Schulungsmaßnahmen GmbH
  • Nord-Kurs GmbH & Co. KG
  • TÜV SÜD Pluspunkt GmbH
  • TÜV Thüringen Anlagentechnik GmbH & Co. KG

Bekomme ich den Führerschein zurück auch ohne MPU?

MPU: Eine Verjährung tritt spätestens nach 15 Jahren ein.

MPU: Eine Verjährung tritt spätestens nach 15 Jahren ein.

Es gibt in Deutschland die Möglichkeit, eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis auch ohne MPU zu erreichen. Allerdings müssen Betroffene sehr viel Geduld mitbringen und warten, bis die Verjährung der MPU-Anordnung eingetreten ist.

Nach Ablauf von zehn Jahren ist gemäß § 29 Straßenverkehrsgesetz (StVG) grundsätzlich die Tilgungsfrist erreicht. Danach werden Vergehen, die zum Fahrerlaubnisentzug geführt haben, gestrichen. Ihnen kann also kein Vorwurf mehr daraus gemacht werden, vorausgesetzt es handelt sich nicht um Vergehen, welche eine lebenslange Sperrung rechtfertigen.

Es reicht allerdings nicht nur zehn Jahre abzuwarten.  Wer die MPU umgehen möchte, sollte 15 Jahre warten, denn es ist nicht immer ganz klar, wann die Frist zur Tilgung anfängt zu laufen. Nach 15 Jahren sollte für die MPU aber die Verjährung erreicht sein. Wichtig ist jedoch, dass in dieser Zeit kein Verwaltungsakt stattfinden darf. Weder dürfen Betroffene als Fußgänger oder als Radfahrer Punkte sammeln, noch darf ein Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis gestellt werden. Dadurch wird die Verjährungsfrist unterbrochen.

Ist es möglich ein positives MPU-Gutachten zu kaufen?

Im Internet gibt es immer wieder Anbieter, bei denen man angeblich eine positive MPU kaufen kann. Tatsächlich ist dies aber nicht möglich und sollten Sie ein solches Dokument bei der Führerscheinbehörde einreichen auch höchst illegal. Hierbei handelt es sich entweder um Betrug oder eine Urkundenfälschung. Von solchen Angeboten sollten Sie unbedingt die Finger lassen. Investieren Sie lieber Ihr Geld in eine gute Vorbereitung.

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