Bei der MPU durchgefallen – und was nun?

Was zu tun ist, wenn das MPU-Gutachten negativ ist

Wer bei der MPU durchgefallen ist, sollte seine Fehler analysieren.

Wer bei der MPU durchgefallen ist, sollte seine Fehler analysieren.

Wenn die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) nicht bestanden wird, ist das zwar ärgerlich, aber es muss auch kein großes Drama sein. Betroffene sollten zunächst erstmal Ruhe bewahren und tief durchatmen, damit sie wieder einen kühlen Kopf bekommen.  Die Durchfallquote bei der MPU liegt bei ca. 50 Prozent. Das bedeutet, dass fast jeder zweite die MPU wiederholen muss.

Selbst teure Vorbereitungskurse, Abstinenznachweise oder verkehrspsychologische Beratungen können das Bestehen des ungeliebten Gutachtens nicht garantieren. Steht fest, dass Sie durch die MPU durchgefallen sind, müssen Sie zunächst herausfinden, woran es gelegen hat. Stellen Sie aber nicht die Schuldfrage. Diese lenkt Sie vom Wesentlichen ab und bringt Sie nicht weiter. Am Ende spielt es keine Rolle, ob Sie wegen dem Gutachter durch die MPU durchgefallen sind. In der Regel steht das Ergebnis fest und kann nicht mehr revidiert werden.

Ein negatives MPU-Gutachten sollten Sie nicht abgeben!

Sie haben die MPU nicht bestanden – was nun? Das negative MPU-Ergebnis sollten Sie unter keinen Umständen bei der Führerscheinstelle abgeben. Die Behörde hat kein Anrecht darauf. Für die Wiedererteilung vom Führerschein kann es nachteilig sein, wenn ein Vermerk über ein negatives Gutachten in Ihrer Akte zu finden ist. Immerhin stellt es einen Beleg dar, dass die notwendig Fahreignung nicht gegeben ist.

Nach dem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis kann die Behörde zwar ein positives MPU-Gutachten zur Bedingung für den Führerschein machen, wenn Sie aber durch die MPU durchgefallen sind, müssen Sie das ihr nicht mitteilen. Die MPU-Begutachtungsstelle darf auch ihr Ergebnis nicht eigenmächtig der Führerscheinstelle zur Verfügung stellen. Sie sind der Auftraggeber der Untersuchung und können deshalb auch entscheiden, was mit dem Gutachten geschieht.

Empfehlung zur MPU-Nachschulung

Nicht bestanden, aber auch nicht durch das MPU-Gutachten durchgefallen? Was Sie nun tun, ist Ihre Entscheidung. Manchmal ist das Ergebnis der Untersuchung nicht eindeutig. Die Gutachter erkennen zwar positive Entwicklungen, glauben aber, dass sich diese noch nicht verfestigt haben. Bei Alkohol und Drogen gibt es daher die Möglichkeit, eine Empfehlung zur Teilnahme an einer MPU-Nachschulung auszusprechen.

Dieses Angebot können alle Betroffenen annehmen. Dadurch kann eine Wiederholung des Gutachtens vermieden werden. Der Teilnahme an einem solchen MPU-Kurs nach § 70 FeV muss aber zuvor die Führerscheinstelle zustimmen.

Fehleranalyse: Warum bin ich bei der MPU durchgefallen?

Ein negatives MPU-Gutachten sollten Sie auf keinen Fall abgeben.

Ein negatives MPU-Gutachten sollten Sie auf keinen Fall abgeben.

Auch wenn es wohl noch etwas Zeit braucht, bis Sie den Führerschein wieder in den Händen halten können, stellt das negative MPU-Gutachten einen Quell an Informationen dar. Es kann Sie dabei unterstützen, beim nächsten Versuch zu bestehen.

In dem Dokument steht beispielsweise, was dem Gutachter negativ aufgefallen ist. Diese Punkte sollten Sie in der Vorbereitung auf die zweite MPU angehen.

Sind Sie sich unsicher, was Sie beim nächsten Gutachten besser machen können, empfiehlt sich häufig der Weg zur MPU-Beratung. Diese werden oftmals auch kostenfrei bei den Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) angeboten.

Fahrverhaltensbeobachtung

Wurde der MPU-Reaktionstest nicht bestanden, kann als Ersatztest eine sogenannte Fahrverhaltensbeobachtung durchgeführt werden. Dabei wird durch einen Fahrlehrer sowie einen Verkehrspsychologen Ihre Reaktion im Straßenverkehr getestet. Insbesondere das Abstands- und Spurverhalten soll dabei überprüft werden.

Bei der MPU durchgefallen – wann kann ich sie wiederholen?

Wurde die MPU nicht bestanden, sollte eine Wartezeit eingehalten werden. Der Gesetzgeber hat diese zwar nicht vorgeschrieben, allerdings zeigt sich erfahrungsgemäß, dass eine Pause die Chancen auf eine positive MPU wesentlich verbessert.

Es ist aber nicht so, dass Sie, wenn Sie durch die MPU durchgefallen sind, eine Sperrfrist einhalten müssten. Grundsätzlich haben Sie das Recht die MPU so oft zu wiederholen, wie Sie wollen. Grenzen setzen Ihnen nur die Zeit und Ihr Geldbeutel.

Effektiver ist es aber, sich Raum für die Vorbereitung zu geben. Arbeiten Sie an sich und den Punkten, welche zum negativen Gutachten geführt haben.

Bekomme ich irgendwie den Führerschein zurück trotz negativer MPU?

Die MPU ist immer negativ? Was nun zu tun ist, lässt sich schwer sagen. Angesichts der hohen MPU-Durchfallquote, stellen sich die Betroffenen oftmals die Frage: „Gibt es den Führerschein zurück, auch ohne MPU?“. Tatsächlich gibt es diese Möglichkeit. Dazu muss entweder der Wohnsitz im Ausland liegen oder die Tilgungsfrist abgewartet werden. Letzteres verlangt viel Geduld. Erst nach 15 Jahren wird die MPU-Anordnung gelöscht. Dann kann aber durch die Führerscheinstelle eine erneute Führerscheinprüfung verlangt werden.

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2 Gedanken zu „Bei der MPU durchgefallen – und was nun?

  1. habe negatives Gutachten bei der Mpu bekommen
    wenn ich eine 2 Mpu mache muss ich dann das erste Gutachten
    erwähnen?

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