LKW-Fahrverbot und generelle Fahrverbote

Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen

LKW-Fahrverbot: Für LKW gilt gemäß § 30 StVO ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. Das erste Mal mussten die LKW in Deutschland am 1. Mai 1956 auf dem Parkplatz stehen bleiben.

LKW-Fahrverbot: Für LKW gilt gemäß § 30 StVO ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. Das erste Mal mussten die LKW in Deutschland am 1. Mai 1956 auf dem Parkplatz stehen bleiben.

Nicht jedem Fahrverbot geht ein Verkehrsverstoß voraus und nicht immer muss der Führerschein abgegeben werden. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit, ein generelles Fahrverbot für LKW und andere Verkehrsteilnehmer auszusprechen. Ein solches generelles LKW-Fahrverbot ist das sogenannte Sonntagsfahrverbot. Im § 30 Abs. 3 und 4 der Straßenverkehrsordnung (StVO) wird festgelegt, dass LKW an gesetzlichen Feiertagen und an Sonntagen in der Zeit von 0 Uhr bis 22 Uhr nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Diese Einschränkung wurde aus Gründen des Lärmschutzes und zum Schutz der Umwelt eingeführt. Außerdem dient es der Einhaltung der Sonntagsruhe. In der Bundesrepublik Deutschland gilt die Vorschrift seit Mai 1956 für alle LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen sowie für LKW mit Anhänger. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot in Deutschland wurde Ende der 60er Jahre durch die Ferienreisezeitverordnung erweitert, weshalb auch für einige Samstage im Sommer die Straßen für LKW tabu sind.

FAQ: Generelle Fahrverbote / Sonntagsfahrverbot

Ab wann darf mit dem LKW nicht mehr gefahren werden?

Das LKW-Fahrverbot gilt in Deutschland an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0-22 Uhr. Wenn ein gesetzlicher Feiertag nicht im gesamten Bundesgebiet einheitlich ist, muss das Fahrverbot nur für die entsprechenden Bundesländer eingehalten werden. Im Rest der Republik darf mit dem LKW an diesem Tag gefahren werden.

An welchen Feiertagen muss das LKW-Fahrverbot eingehalten werden?

Die gesetzlichen Feiertage in Deutschland sind:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam – gilt nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland
  • Tag der deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Reformationstag (31. Oktober) – gilt nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Allerheiligen (1. November) – gilt nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland
  • 1. und 2. Weihnachtstag

Das Feiertagsfahrverbot ist in Deutschland analog zum Sonntagsfahrverbot für LKW einzuhalten. Es gilt in der Zeit von 0-22 Uhr.

Für wen gilt das Fahrverbot für Sonn- und Feiertage?

Das LKW-Fahrverbot gilt für alle Fahrzeuge mit zulässigem Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen und für LKW mit Anhänger. Betroffen sind nicht nur klassische LKW, sondern auch Sattelschlepper mit Aufliegern für Gütertransporte und einige PKW und Mischtypen wie der Mercedes-Benz Sprinter oder der VW Crafter, deren Innenraum für den Gütertransport durch entsprechende Umbauten konzipiert ist. Nach gängiger Rechtsprechung werden diese häufig trotz PKW-Zulassung als LKW eingestuft.

Das Teilnehmen am Straßenverkehr ist ihnen in dieser Zeit generell untersagt bzw. dürfen sie sonntags keinen Anhänger mit sich führen.

Gibt es Ausnahmen vom LKW-Fahrverbot?

Ja. Der kombinierte Güterverkehr Schiene-Straße und Hafen-Straße sowie die Beförderung von leichtverderblichen Gütern wie Fisch, Fleisch, Milch sowie Obst und Gemüse sind vom LKW-Fahrverbot ausgeschlossen. Auch Leerfahrten, die im Zusammenhang dieser Ausnahmen erfolgen, sind zugelassen. In dringlichen Fällen können bei den zuständigen Behörden auch Ausnahmegenehmigungen beantragt werden.

Gilt das LKW-Fahrverboten auch an Samstagen?

Neben dem LKW-Fahrverbot sonntags und feiertags ist auch das Ferienfahrverbot von Anfang Juli bis Ende August zu beachten.

Neben dem LKW-Fahrverbot sonntags und feiertags ist auch das Ferienfahrverbot von Anfang Juli bis Ende August zu beachten.

Im Rahmen des Ferienfahrverbots kann das Fahrverbot auch an einem Samstag zwischen 7 Uhr und 20 Uhr auf bestimmten Strecken gelten. Zwischen 20 Uhr und 24 Uhr ist das Führen eines LKW erlaubt.

Das Samstagsfahrverbot gilt ausschließlich für einige Monate im Sommer (1. Juli bis 31. August). Ziel des Verbots, ist den Verkehr in der Haupturlaubszeit zu entschärfen und das Verkehrsaufkommen entsprechend zu senken. Daher sind auch nur einzelne Straßen vom Fahrverbot betroffen.

Betroffen vom LKW-Fahrverbot sind folgende Streckenabschnitte der

Autobahnen: A1, A2, A3, A4 (E40), A5, A6, A7, A8, A9 (E51), A10, A45, A61, A81, A92, A93, A99, A215, A831, A980, A995

Bundesstraßen: B31, B39 (E251)

Die genauen Abschnitte sind in  § 1 FerReiseV (Ferienreisevrordnung) nachzulesen.

Was passiert, wenn das LKW-Fahrverbot ignoriert wird?

Wer das LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen ignoriert, riskiert gemäß bundeseinheitlichem Bußgeldkatalog ein Bußgeld in Höhe von 120 Euro. Für denjenigen, der das verbotswidrige Fahren anordnet bzw. zulässt wird ein Bußgeld in Höhe von 570 Euro verhängt.

Bußgeldtabelle Sonntagsfahrverbot

TatbestandBußgeld
Verbotswidriges Fahren an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger120 €
Anordnen oder zulassen, dass verbotswidrig an einem Sonn– oder Feiertag mit einem LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t oder mit einem LKW mit Anhänger gefahren wurde570 €

Weitere generelle Fahrverbote

Auch im europäischen Ausland gibt es LKW-Fahrverbote. In Österreich gilt es beispielsweise für das gesamte Wochenende (von Samstag 15 Uhr bis und Sonntag 22 Uhr). In der Schweiz gibt es wie in Deutschland ein Sonntagsfahrverbot für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und ein Feiertagsfahrverbot. Außerdem gibt es ein Nachtfahrverbot in der Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr.

In Deutschland können auch Fahrverbote erlassen werden, wenn gewisse gesundheitsrelevante Grenzwerte überschritten werden. Diese sind Ozon, Feinstaub oder Smog. Auch wegen Eis- bzw. Schneeglatte sowie Sturm- bzw. Orkanböen kann ein Fahrverbot erlassen werden. Wer davon betroffen ist, wird in der entsprechenden Situation gesondert bekannt gegeben.

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