Handy am Steuer: Welche Strafe erwartet Autofahrer?

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Telefonieren am Steuer zieht Punkte und Bußgeld nach sich

Das Handy am Steuer eines Fahrzeugs zu benutzen, ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten.
Das Handy am Steuer eines Fahrzeugs zu benutzen, ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten.

Das Handy ist längst zu unserem ständigen Begleiter und Alltagshelfer geworden. Kommunikation, Navigation, Recherche, Unterhaltung – mit dem praktischen Gerät lässt sich allerhand anfangen und vielen Menschen fällt es schwer, ihr Mobiltelefon auch nur für kurze Zeit aus der Hand zu legen.

Doch spätestens, wenn Sie ein Fahrzeug im Straßenverkehr führen, sollte Sie dies tun. Denn ein Handy am Steuer zu bedienen und z. B. beim Fahren zu telefonieren, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mindestens mit einer Geldbuße und einem Punkt in Flensburg belegt.

Gefährden Sie durch das Hantieren mit dem Handy am Steuer andere Verkehrsteilnehmer oder verursachen Sie gar einen Sach- oder Personenschaden, sind neben dem höheren Bußgeld sogar zwei Punkte fällig sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Mit dem Telefon am Steuer: Was genau ist verboten?

Nicht nur das Telefonieren ist beim Führen eines Fahrzeugs untersagt, sondern auch andere Aktivitäten wie das Schreiben und Lesen von Nachrichten, das Bedienen von Apps oder das Surfen im Internet. Die gesetzliche Grundlage für dieses Verbot bildet § 23 Abs. 1a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).

Laut diesem dürfen Fahrzeugführer „ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu bedienen bestimmt ist“ sowie „Geräte der Unterhaltungselektronik oder Geräte zur Ortsbestimmung“ während der Fahrt weder aufnehmen noch in der Hand halten. Somit ist nicht nur das Hantieren mit dem Handy am Steuer verboten, sondern dies gilt z. B. auch für

  • Navigationsgeräte
  • MP3-Player
  • Videoabspielgeräte
  • Tablets
  • Video- oder Audiorekorder
  • Autotelefone

Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang 2018 der Fall eines Autofahrers, der augenscheinlich mit einem Handy geblitzt wurde, das er sich in dem Moment vors Gesicht hielt. Tatsächlich handelte es sich bei dem Gerät aber um einen Taschenrechner. Da ein solcher weder der Kommunikation noch der Information, Organisation, Unterhaltung oder Navigation dient, sei er von dem Verbot in § 23 Abs. 1a StVO nicht betroffen, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg (2 Ss OWi 175/18).

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So dürfen Sie ein Handy am Steuer benutzen

Das Telefon darf am Steuer nur über Freisprechanlage genutzt werden.
Das Telefon darf am Steuer nur über Freisprechanlage genutzt werden.

Genau genommen verbietet Ihnen das Gesetz nicht, Ihr Mobiltelefon oder ein anderes elektronisches Gerät während der Fahrt zu benutzen. Denn nur das Halten bzw. Aufnehmen des Geräts in die Hand ist ordnungswidrig. Das bedeutet umgekehrt, dass es Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen durchaus erlaubt ist, ein Handy am Steuer zu benutzen.

Dies ist der Fall, wenn es sich z. B. in einer Halterung befindet oder auf dem Beifahrersitz liegt und Sie es eben nicht in der Hand halten. Auf die Weise können Sie über Ihr Mobiltelefon Musik hören, mittels Freisprechanlage Gespräche führen oder sich über eine Vorlesefunktion Ihre eingegangenen Nachrichten vorlesen lassen.

Sie dürfen außerdem ab und zu auf den Bildschirm schauen, auch während der Fahrt, z. B. um die Uhrzeit abzulesen oder um bei eingeschalteter Navigationsfunktion einen Blick auf die Route zu werfen. § 23 Abs. 1a Nr. 2b StVO legt dabei fest, dass es sich hierbei nur um „eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät“ handeln darf.

Eine genaue Definition, welche Blickdauer in diesem Zusammenhang als „kurz“ bzw. „angepasst“ zu verstehen ist, existiert allerdings nicht. Hier müssen die Behörden im Einzelfall entscheiden, ob das Schauen auf das Handy ordnungswidrig war oder nicht.

Zusammengefasst gilt: Zuhören oder kurzes Draufschauen ist beim Handy am Steuer während der Fahrt erlaubt, das manuelle Bedienen hingegen nicht.

Dies dürfen Sie nur, wenn der Motor Ihres Fahrzeugs ausgeschaltet ist. Das automatische Abschalten durch die sogenannte Start-Stop-Mechanik an Ampeln zählt dabei nicht; Sie müssen Ihren Motor selbst ausstellen.

Das Handyverbot gilt auch für Radfahrer!

Handy am Steuer: Auch Fahrradfahrer dürfen während der Fahrt nicht mit dem Telefon hantieren.
Handy am Steuer: Auch Fahrradfahrer dürfen während der Fahrt nicht mit dem Telefon hantieren.

Der Tatbestand „Handy am Steuer“ gilt nicht nur für Führer von Kraftfahrzeugen, sondern für jede Art von Fahrzeug. Damit sind auch Fahrradfahrer betroffen. Sind Sie also mit dem Drahtesel unterwegs, gilt ebenfalls:

  • Das Handy darf nicht in der Hand gehalten oder aufgenommen werden.
  • Es darf ein kurzer Blick auf den Bildschirm geworfen werden, wenn die Verkehrslage es erlaubt.
  • Telefonieren ist nur über eine Freisprechanlage und die Bedienung nur über eine Sprachsteuerung erlaubt.
  • Möchten Sie das Mobiltelefon manuell bedienen, müssen Sie mit Ihrem Fahrrad anhalten.

Bußgeldkatalog für „Handy am Steuer“: Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Tat­be­standBuß­geld in Eu­roPunk­te in Flens­burgFahr­ver­bot in Mona­ten
Beim Füh­ren eines Kfz das Han­dy am Steu­er be­dient1001
... mit Ge­fähr­dung15021
... mit Un­fall20021
Beim Fahr­rad­fah­ren das Han­dy be­nutzt55
... mit Ge­fähr­dung75
... mit Un­fall100

Der Bußgeldkatalog wurde im Oktober 2017 überarbeitet. Seitdem sieht das Telefonieren am Steuer eine strengere „Strafe“ vor. Wobei dies juristisch ausgedrückt nicht ganz korrekt ist, denn eine Strafe wird nur bei Straftaten verhängt. Ordnungswidrigkeiten wie „Handy am Steuer“ werden hingegen mit Bußen und Nebenfolgen geahndet.

Geblitzt mit dem Handy am Ohr: Droht jetzt ein doppeltes Bußgeld?

Mit Handy am Steuer geblitzt: Was droht nun?
Mit Handy am Steuer geblitzt: Was droht nun?

Das Handy am Steuer in der Hand zu halten, stellt bereits für sich allein eine Ordnungswidrigkeit dar. Was aber, wenn Sie dabei auch noch bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung erwischt wurden und auf dem Blitzerfoto deutlich zu sehen ist, wie Sie telefonieren? Müssen Sie jetzt für zwei Verstöße gleichzeitig zahlen?

In der Regel nicht, denn hier liegt eine sogenannte Tateinheit vor. Von einer solchen wird gesprochen, wenn mehrere Ordnungswidrigkeiten zur gleichen Zeit am gleichen Ort begangen werden. Wurden Sie allerdings zuerst geblitzt und später mit dem Handy in der Hand beim Fahren erwischt oder umgekehrt, handelt es sich um eine Tatmehrheit, selbst wenn beide Verstöße am selben Tag begangen wurden.

Bei einer Tatmehrheit werden die Ordnungswidrigkeiten einzeln geahndet. Sie müssen also für beide Verstöße mit dem vollen Bußgeld und evtl. Nebenfolgen rechnen. Nicht so bei einer Tateinheit. Wurden Sie mit dem Handy am Steuer geblitzt, haben Sie also die Geschwindigkeitsüberschreitung gleichzeitig mit dem Verstoß gegen das Handyverbot begangen, müssen Sie zwar die Nebenfolgen für beide Ordnungswidrigkeiten in Kauf nehmen, nicht aber die vollen Bußgelder.

Stattdessen ist vorgesehen, dass nur das höhere Bußgeld verlangt wird und das niedrigere entfällt. In der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass das niedrigere Bußgeld noch zur Hälfte zusätzlich zu dem höheren zu zahlen ist.

Wie teuer es damit letztendlich für Sie wird, hängt maßgeblich davon ab, wo, mit welchem Fahrzeug und mit wie viel km/h Sie geblitzt wurden, denn danach richtet sich die Höhe der Geldbuße bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung. Waren Sie z. B. außerorts mit einem Pkw und 20 km/h zu viel auf dem Tacho unterwegs, kostet Sie die Geschwindigkeitsüberschreitung allein lediglich 30 Euro. Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft und mit einem Lkw fallen hingegen für die gleiche Geschwindigkeitsüberschreitung bereits ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt in Flensburg an.

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