So bekommen Sie den EU-Führerschein ohne MPU zurück

Ab wann wird die Fahrerlaubnis entzogen?

Gibt es den Führerschein ohne MPU zurück?

Gibt es den Führerschein ohne MPU zurück?

Unabhängigkeit, Freiheit und Mobilität – die Fahrerlaubnis ist für viele Kraftfahrer Teil der eigenen Identität. Sie ermöglicht nicht nur die Überbrückung einer Strecke von A nach B, sondern stellt auch eine Art Prestige dar.

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen in Deutschland, bedeutet das also nicht nur mehr organisatorischen Aufwand beim Bestreiten des Arbeitsweges oder anderen alltäglichen Wegstrecken, sondern es kratzt auch enorm am eigenen Selbstwertgefühl.

Der verlorene Führerschein stellt einen Mangel dar, den die meisten Kraftfahrer alsbald beheben wollen, um wieder ein „normales“ Leben führen zu können, ohne ständig auf andere angewiesen sein zu müssen. In Großstädten mag der öffentliche Nahverkehr noch gut ausgebaut sein, sodass eine Fahrerlaubnis nicht zwingend erforderlich ist. In ländlichen Regionen kann ein Fahrerlaubnisentzug dagegen das soziale und wirtschaftliche Leben stark beeinträchtigen.

Gründe für einen Fahrerlaubnisentzug

Doch wie kann nach deutschem Recht der Führerschein überhaupt verloren gehen? Der Fahrerlaubnisentzug droht aus vielen Ecken. Klassisch ist der Verlust nach Erreichen von acht Punkten in Flensburg. Wer häufiger gegen die Verkehrsregeln verstößt, uneinsichtig bleibt und sein Fahrverhalten nicht anpasst, wird früher oder später, auf den Führerschein verzichten müssen.

Punkte gibt es seit der Punktereform nur noch für sicherheitsgefährdende Eingriffe in den Straßenverkehr. Wurden acht Eintragungen in Flensburg gesammelt, ist das der Beleg für einen riskanten Fahrstil.

Auch Alkohol und Drogen führen regelmäßig zum Fahrerlaubnisentzug. Dass sich niemand im berauschten Zustand hinter ein Steuer setzen sollte, ist eigentlich jedem Kraftfahrer klar, dennoch passiert dies tagtäglich. Verbirgt sich hinter einem solchen Delikt eine Drogen- bzw. Alkoholproblematik, belegt dies eine mangelnde Fahreignung.

Straftaten im Straßenverkehr wie Fahrerflucht oder ein gefährlicher Eingriff in die Verkehrssicherheit führen ebenfalls zum Verlust des „Lappens“. Dann ist guter Rat teuer. Dem Entzug folgt dann eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten bis maximal fünf Jahren. Erst drei Monate vor Ablauf dieser Frist können Betroffene einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen. Die Behörden entscheiden dann, ob sie den Führerschein mit oder ohne MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) wieder zurück erhalten.

Was führt zum Entzug der Fahrerlaubnis?

  • Acht Punkte in Flensburg
  • Alkohol und Drogen am Steuer (Entzug ab 1,1 Promille Blutalkohol)
  • Drei A-Verstöße in der Probezeit
  • Mangelnde Fahreignung (geistige bzw. körperliche Mängel)
  • Straftaten im Straßenverkehr

Führerschein-Wiedererteilung ohne MPU-Anordnung

Für den Führerschein ist eine Wiedererteilung ohne MPU möglich.

Für den Führerschein ist eine Wiedererteilung ohne MPU möglich.

Mit Ablauf der Sperrfrist können Kraftfahrer, deren Fahrerlaubnis entzogen worden ist, einen Antrag auf Neuerteilung stellen. Die Behörden entscheiden dann, ob eine Wiedererteilung vom Führerschein ohne MPU möglich ist.

Der sogenannte „Idiotentest“ muss dem Führerscheinentzug nämlich nicht zwingend folgen. Bestehen allerdings Zweifel an der Fahreignung, ist in der Regel ein positives MPU-Gutachten beizubringen. Die Untersuchung ist nicht einfach zu bestehen, denn mit ca. 50 Prozent ist die Durchfallquote recht hoch. Es verwundert also nicht, dass viele Kraftfahrer bei der Wiedererlangung vom Führerschein die MPU umgehen wollen.

Doch wann erhalten Kraftfahrer ihren Führerschein ohne MPU wieder und bekommen sonst keine weitere Auflagen? Die Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt auf den Einzelfall an. Tatsächlich ist die Anordnung einer MPU oder von sonstigen Maßnahme abhängig vom jeweiligen Sachverhalt. Auch die Einschätzung des Bearbeiters spielt eine Rolle.

Die Aufgabe einer MPU ist es nicht, eine Person zusätzlich zu bestrafen, sondern ihre Fahreignung zu bestätigen. Durch das vergangene Verhalten eines Kraftfahrers muss es also einen begründeten Verdacht geben, dass dieser nicht zum Führen eines Kfz geeignet ist. Durch die MPU kann ein solcher Zweifel ausgeräumt werden.

Bestehen solche Bedenken nicht, erhalten Betroffene den Führerschein wieder, ohne dass eine MPU absolviert werden muss. Manchmal kann auch auf eine komplette MPU verzichtet werden oder es reichen ein ärztliches Gutachten, einige Fahrstunden oder ein Abstinenznachweis. In einigen Fällen erhalten Kraftfahrer nach der Sperrfrist den Führerschein einfach so wieder. Sie bekommen keine Auflagen (ohne MPU, Fahrstunden etc.) und dürfen dann wieder wie gewohnt am Straßenverkehr teilnehmen. Es gibt aber Fälle, in denen eine MPU zwingend folgt.

Führerschein zurück: Ohne MPU geht es nicht bei:

  • Acht Punkten in Flensburg
  • Drogendelikten
  • Alkoholismus, beharrlichen Alkoholverstößen, Alkoholfahrt über 1,6 Promille (in einigen Bundesländer bereits ab 1,1 Promille)
  • Zweifeln an der Fahreignung (physische bzw. psychische Mängel)

Auslandsfahrschule: EU-Führerschein statt lästiger MPU?

MPU umgehen? Mit einem EU-Führerschein aus dem Ausland (z. B. Tschechien oder Polen) funktioniert es nur unter bestimmten Voraussetzungen.

MPU umgehen? Mit einem EU-Führerschein aus dem Ausland (z. B. Tschechien oder Polen) funktioniert es nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Lässt sich die MPU umgehen mit einem EU-Führerschein aus Tschechien oder Polen? Wie bereits erwähnt, ist die Durchfallquote bei der MPU recht hoch. Einige Betroffene verzweifeln förmlich an der Untersuchung und forschen daher nach Alternativen.

Noch bis vor einigen Jahren gab es einen regelrechten Führerschein-Tourismus in den osteuropäischen Nachbarländer. Hintergrund war, dass nach europäischem Recht Deutschland auch ausländische Führerscheine anzuerkennen hatte. Mit dem Umweg über Tschechien oder Polen gab es dann den Führerschein zurück, ohne eine MPU. Ein neues Gesetz war dazu nicht nötig, denn ein Schlupfloch im Rahmen der europäischen Verträge erlaubte diese Praxis.

Heute ist dies nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) in Luxemburg nicht mehr legal möglich. Die Fahrerlaubnis kann zwar dennoch im Ausland erworben werden, ist aber in Deutschland nicht ohne weiteres gültig. Nur wenn sich der Wohnsitz einer Person nachweislich mindestens sechs Monate im entsprechenden EU-Nachbarland befand, müssen die Behörden den Führerschein auch ohne MPU dulden.

Führerschein aus Tschechien und Polen

Grundsätzlich sind EU-Führerscheine aus dem EU-Ausland wie Tschechien oder Polen auch in Deutschland gültig, allerdings nur unter den bereits genannten Voraussetzungen. Trotz dem grundlegenden EuGH-Urteil gibt es Unternehmen, welche anbieten, mit einem Führerschein aus dem Ausland die in Deutschland wartende MPU zu umgehen. Solche Angebote sind grundsätzlich nicht seriös und entsprechen nicht der aktuellen Rechtsprechung. Wer dann dennoch in Deutschland ein Fahrzeug fährt, begeht in der Regel die Straftat “Fahren ohne Fahrerlaubnis“.

Nach 15 Jahren bekommen Sie den Führerschein zurück ohne MPU

Tilgungsfrist: Den Führerschein erhalten Sie ohne MPU nach 10 bis 15 Jahren zurück.

Tilgungsfrist: Den Führerschein erhalten Sie ohne MPU nach 10 bis 15 Jahren zurück.

Offiziell gibt es keine Verjährungsfrist für eine MPU-Anordnung. Gemäß § 29 Straßenverkehrsgesetz (StVG) sind aber alle Vergehen, welche zum Entzug der Fahrerlaubnis geführt haben, nach 10 Jahren getilgt. Den Führerschein gibt es zurück ohne die lästige MPU, weil im Grunde sämtliche Eintragungen gelöscht werden müssen.

Rein rechtlich kann die Tat, die zum Führerscheinentzug geführt hat, niemanden mehr vorgeworfen werden. Unerheblich ist dann auch, ob Alkohol- bzw. Drogendelikt ursächlich waren. Die Behörden haben schlicht keinen verwertbaren Eintrag über eine MPU-Anordnung und somit keine rechtliche Handhabe.

Im § 29 Abs. 1 Nr. 3a heißt es:

Die im Register gespeicherten Eintragungen werden nach Ablauf der in Satz 2 bestimmten Fristen getilgt. Die Tilgungsfristen betragen zehn Jahre bei Entscheidungen über eine Straftat, in denen die Fahrerlaubnis entzogen oder eine isolierte Sperre angeordnet worden ist.

Gibt es nun den Führerschein nach 10 Jahren zurück ohne MPU? Der genannte Paragraph lässt diese Vermutung zu, allerdings ist der Sachverhalt etwas komplizierter. Betroffene könnten zwar nach den 10 Jahren Tilgungsfrist den Führerschein auch ohne MPU zurückerhalten, allerdings ist nicht immer ganz klar, wann diese zu laufen beginnt. Zu beachten ist, dass nicht immer der Tag des Fahrerlaubnisentzugs den Fristbeginn markiert.

Spätestens nach fünf Jahren beginnt die Tilgungsfrist aber. Es gibt den Führerschein also nicht nach 10, sondern 15 Jahren ohne positives MPU-Gutachten zurück. Voraussetzung dafür ist aber, dass in dieser Zeit keine Verwaltungsakte stattfinden dürfen, welche die Tilgungsfrist unterbrechen. Betroffene sollten weder als Fußgänger noch als Radfahrer Punkte erhalten. Auf einen verfrühten Antrag auf Neuerteilung sollte ebenfalls verzichtet werden. Dieser verschiebt die Tilgungsfrist  nach hinten.

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