Fahrverbot bei Epilepsie: Dürfen Betroffene trotzdem fahren?

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Epilepsie kann die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen

Die Fahrtauglichkeit kann durch Epilepsie eingeschränkt werden.

Die Fahrtauglichkeit kann durch Epilepsie eingeschränkt werden.

Damit Sie eine Fahrerlaubnis in Deutschland erhalten, müssen Sie nicht nur die Verkehrsregeln und den Umgang mit dem Fahrzeug beherrschen. Sie müssen auch körperlich und geistig in der Lage sein, dieses Fahrzeug sicher im Straßenverkehr führen zu können. Andernfalls gefährden Sie Ihre eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer.

Bei bestimmten körperlichen Einschränkungen können Ärzte und die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahrtauglichkeit des Betroffenen äußern und deshalb ein Fahrverbot gemäß der Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung aussprechen.

Dies ist zum Beispiel sehr häufig bei Epilepsie der Fall. Bei dieser Krankheit erleiden die Patienten Krampfanfälle, die mitunter sehr plötzlich und ohne vorige Anzeichen auftreten können. Führt der Betroffene gerade ein Fahrzeug im Straßenverkehr, während der Anfall geschieht, kann das sehr gefährlich sein und zu schweren Unfällen führen. Darum sprechen Ärzte häufig ein Fahrverbot bei Epilepsie aus.

Wird ein Fahrverbot auch nach einem einzelnen epileptischen Anfall ausgesprochen?

Von Epilepsie wird in der Regel nur gesprochen, wenn

  • der Betroffene mindestens zwei Anfälle in einem Abstand von mehr als 24 Stunden erleidet und kein erkennbarer Auslöser (z. B. Verletzung des Gehirns) vorliegt.
  • nur ein einzelner epileptischer Anfall auftritt, aber eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen weiteren innerhalb der nächsten 10 Jahre besteht.
  • ein sog. Epilepsie-Syndrom vorliegt.

Davon zu unterscheiden sind einzelne epileptische Anfälle, die z. B. im Zusammenhang mit einer Verletzung, einer anderen Krankheit oder einer Vergiftung auftreten. Bei diesen Fällen kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass mit der Heilung des Patienten auch die Anfälle enden.

Trotzdem wird nicht nur ein Fahrverbot bei Epilepsie verhängt, sondern meist auch schon nach einem einmaligen Anfall. Dieses Fahrverbot beträgt 3 bis 6 Monate. Kommt der Arzt innerhalb dieses Beobachtungszeitraums zu dem Schluss, dass keine Gefahr für einen weiteren Anfall besteht, ist das ärztliche Fahrverbot nach Ablauf der Dauer aufgehoben.

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Was passiert, wenn Sie trotz Fahrverbot wegen Epilepsie Auto fahren?

Wird zusätzlich ein behördliches Fahrverbot erteilt, kann Epilepsie den Führerschein gefährden. Eine Meldepflicht der Krankheit besteht für den behandelnden Arzt allerdings nicht.

Ergeht ein behördliches Fahrverbot, kann Epilepsie den Führerschein gefährden. Eine Meldepflicht besteht für den Arzt allerdings nicht.

Sind Sie beruflich auf Ihr Auto angewiesen, stellen Sie sich sicherlich die Frage, ob Epilepsie und Autofahren komplett unvereinbar sind. Zunächst die gute Nachricht: Ein ärztliches Fahrverbot wegen Epilepsie ist rechtlich nicht verbindlich. Zwar ist es empfehlenswert, auf das Autofahren bei Epilepsie zu verzichten, wenn Ihr Arzt dazu rät, verpflichtet sind Sie dazu aber nicht.

Erleiden Sie allerdings am Steuer einen Anfall und es kommt zum Unfall, kann das ernste Konsequenzen nach sich ziehen, weil Sie das Fahrverbot wegen Epilepsie missachtet haben.

Zum einen ist es möglich, dass Sie Ihren Versicherungsschutz verlieren. Zum anderen besteht die Gefahr einer Anzeige wegen fahrlässigem oder bedingt vorsätzlichem Eingriff in den Straßenverkehr. Mitunter müssen Sie hier mit einer hohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.

Anders verhält es sich, wenn Ihr zuständiger Arzt die Fahrerlaubnisbehörde informiert. Dann kann diese zusätzlich zum ärztlichen ein behördliches Fahrverbot wegen Ihrer Epilepsie verhängen. In diesem Fall müssten Sie Ihren Führerschein abgeben und dürften sich während der Dauer des Fahrverbots nicht ans Steuer setzen, da Sie sonst eine Straftat begehen.

Ihr Arzt ist nicht verpflichtet, Ihre Epilepsie der Behörde zu melden. Dies liegt in seinem eigenen Ermessen.

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