Fahrerflucht – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

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Unfallflucht im Strafgesetzbuch (StGB)

Die Unfallflucht ist im StGB unter § 142 zu finden.

Die Unfallflucht ist im StGB unter § 142 zu finden.

Auf dem Parkplatz rückwärtsfahren, das Lenkrad ein wenig zu stark eingeschlagen, zu viel Gas – viele zucken zusammen, wenn Sie das Geräusch hören, dass Fahrzeuge machen, sobald diese ein anderes berühren. In einigen Menschen steigert sich genau in diesem Moment die Panik so sehr, dass sie nach einem simplen Parkschaden Fahrerflucht begehen.

Es ist nicht klar auszumachen, warum Kraftfahrer immer häufiger eine Unfallflucht begehen. Die Motivation ist vermutlich von Person zu Person verschieden. Die einen haben Angst vor den Konsequenzen oder sind voller Scham, andere wiederum haben ein geringes Unrechtsbewusstsein oder es ist ihnen schlicht gleichgültig. Die wenigsten bedenken allerdings, dass ein Unfall mit Fahrerflucht kein Kavaliersdelikt ist. Es ist eine schwere Straftat, die auch entsprechend durch deutsche Gerichte geahndet wird.

Maßgebend ist für den Tatbestand der Fahrerflucht der § 142 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB). Dort heißt es:

Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Mit diesem Absatz ist der Tatbestand weitgehend definiert. Es handelt sich also immer um ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, wenn nach einem Crash, sei er noch so banal und scheinbar unbedeutend, nicht die entsprechenden Personalien ausgetauscht werden bzw., sollte der Unfallgegner nicht zugegen sein, nicht auf diesen eine angemessene Zeit gewartet wird.

Doch wann sind Sie eigentlich ein Unfallbeteiligter? Gemäß § 142 Abs. 5 StGB ist jede Personal als Unfallbeteiligter zu betrachten, die durch ihr Verhalten zur Verursachung eines Unfalls beigetragen hat. Damit wird deutlich, dass nicht nur Kraftfahrer, sondern auch Fußgänger oder Radfahrer Unfallflucht begehen können. Es geht auch nicht darum, ob derjenige der Hauptverursacher war. Auch wer eine Mitursache gesetzt hat, kann Fahrerflucht begehen.

Unfallbeteiligte sind somit auch Beifahrer, die beispielsweise in das Lenkrad greifen, Hunde oder Kinder, die auf die Straße rennen, wobei bei Tieren in der Regel die Halter haften müssen.

Im genannten Paragraphen heißt es:

Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.
Die Aufklärungsquote bei Fahrerflucht mit Personenschaden ist vergleichsweise hoch.

Die Aufklärungsquote bei Fahrerflucht mit Personenschaden ist vergleichsweise hoch.

Voraussetzung für die Rolle eines Unfallbeteiligten ist eine Kausalität zwischen dem Handeln und dem Unfallgeschehen. Wer durch sein Tun nicht zur Verursachung beigetragen hat, ist demnach nur ein Unfallzeuge. Aber auch diese sollten in der Regel am Unfallort bleiben, um gegebenenfalls mit ihren Beobachtungen, den Sachverhalt aufklären zu können.

Kam es zum Personenschaden sind Unfallzeugen außerdem zur Ersten Hilfe verpflichtet. Entfernen Sie sich dennoch vom Unfallort, liegt zwar keine Fahrerflucht vor, aber der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung gemäß § 323c StGB.

Fahrerflucht in der Statistik

Bisher gibt es keine offizielle Statistik, welche sämtliche Unfälle mit einer Anzeige wegen Fahrerflucht bundesweit erfasst. Dies hat zur Folge, dass in der Gesellschaft das Problembewusstsein für Fahrerflucht nicht sonderlich stark ausgeprägt ist. Ein etwas verzerrtes Bild liefert die statistische Erhebung zur Unfallflucht mit Personenschaden zwischen 2009 und 2013. Dieser zufolge sank die Zahl um 5,3 Prozent.

Laut dem Automobilclub ACE sind aber die Unfälle mit Unfallflucht insgesamt gestiegen. Der Club geht nach Auswertung verschiedener regional erhobener Werte von über einer halben Million Anzeigen wegen Fahrerflucht pro Jahr im Bundesgebiet aus. Die Dunkelziffer liege aber weit höher, denn nicht jede Unfallflucht werde bekannt oder zur Anzeige gebracht.

In der überwiegenden Mehrheit kommt es zur Fahrerflucht beim Sachschaden. Die Anteil der Fahrerfluchten bei Unfällen mit Personenschaden liegt bei etwa fünf Prozent.

Fahrerflucht: Mit dieser Strafe müssen Sie rechnen

Die Strafe für eine Fahrerflucht ist von der Schwere des Unfalls abhängig.

Die Strafe für eine Fahrerflucht ist von der Schwere des Unfalls abhängig.

Wer denkt, dass eine Fahrerflucht kein großes Vergehen ist, irrt sich. Es droht nicht nur ein Bußgeld. Bei der Unfallflucht handelt es sich um eine Straftat, die vor einem Gericht verhandelt wird. Der Bußgeldkatalog sieht für Fahrerflucht drei Punkte in Flensburg vor. Was darüber hinaus die Strafe für die Unfallflucht ist, liegt im Ermessen des Richters und wird entsprechend der individuellen Umstände entschieden. Für ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist die Strafe aber stets hart.

Die Motivation der Täter ist höchst verschieden. Sie reicht vom reinen Unwillen, die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen bis zur Vertuschung von anderen Delikten wie Alkohol- oder Drogenkonsum. Unfallflüchtige fürchten hohe Reparaturkosten oder sind unter Zeitdruck oder fürchten sich vor Ärger. Letztlich spielen die Gründe aber eine untergeordnete Rolle. Für die Fahrerflucht sind die Folgen dennoch schwerwiegend.

Selbst wenn es nur zu kleineren Sachschäden gekommen ist, weil ein Kraftfahrer beispielsweise nur leicht an einem Straßenschild, Baum, parkenden Auto oder einer Leitplanke vorbeigeschrammt ist, handelt es sich um eine Unfallflucht mit entsprechendem Strafmaß, sollte er den Unfallort unerlaubt verlassen. Das Strafgesetzbuch sieht als Strafe für Fahrerflucht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldbuße vor. Das Höchstmaß wird bei schweren Taten nicht selten voll ausgereizt. Darüber hinaus gibt es für die Unfallflucht drei Punkte gemäß Bußgeldkatalog.

Das Strafmaß für die Fahrerflucht ist stets vom Einzelfall abhängig und kann daher nicht pauschal im Vorfeld bestimmt werden. Es ist grundsätzlich abhängig von der Schwere der Tat, also von der Höhe des Sachschadens und davon, ob Personen bei dem Unfall zu Schaden kamen.

Neben dieser konkreten Strafe kann bei einer Fahrerflucht auch ein Fahrverbot und sogar der Fahrerlaubnisentzug als Folge verhängt werden. In diesem Fall wird von einer Nebenfolge bzw. von einer Maßregel der Besserung und Sicherung gesprochen.

Was passiert bei Fahrerflucht?

Das Straf- und Verkehrsrecht setzt für eine Fahrerflucht folgendes Strafmaß an:

  • drei Punkte in Flensburg
  • bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe
  • Geldbuße
  • Fahrverbot als Nebenfolge
  • Führerscheinentzug als Nebenfolge

Fahrerflucht: Fahrverbot und Führerscheinentzug als Nebenfolge

Wer Fahrerflucht bei einem Personenschaden begeht und keine Erste Hilfe leistet, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.

Wer Fahrerflucht bei einem Personenschaden begeht und keine Erste Hilfe leistet, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.

Ein Unfall mit Fahrerflucht ist eine Straftat und wird gemäß § 142 StGB geahndet. Neben der dort beschriebenen Strafe drohen aber auch ein Fahrverbot und sogar der Entzug der Fahrerlaubnis. Werden Straftaten mit einem Fahrzeug begangen, haben deutsche Gerichte die Möglichkeit, im Rahmen einer Maßregel zur Besserung und Sicherung ein Fahrverbot oder den Entzug der Fahrerlaubnis zu verordnen.

Anders als beim Regelfahrverbot gemäß Bußgeldkatalog wird hier von einem Fahrverbot als Nebenfolge gesprochen. Entscheidend ist der § 69 StGB. Dort heißt es:

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht.

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen

  1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c),
  2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316),
  3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder
  4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht,

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen.

Durch eine Fahrerflucht kann das Gericht also erheblichen Zweifel an Ihrer Fahrtauglichkeit entwickeln, was dazu führt, dass Ihr Führerschein entzogen werden kann. Dies ist aber grundsätzlich nur der Fall, wenn Menschen beim Unfall getötet oder erheblich verletzt worden sind bzw. es zu einem bedeutenden Sachschaden gekommen ist. Begehen Sie beispielsweise nach einem Parkschaden Fahrerflucht, besteht die Strafe also nicht automatisch im Führerscheinentzug.

Der genannte Paragraph besagt aber auch, dass es nicht zwingend zu einem Urteil kommen muss. Liegt beispielsweise eine Unzurechnungsfähigkeit bzw. Schuldunfähigkeit vor, was beispielsweise bei einem Vollrausch von 2,0 Promille gegeben wäre, kann der Führerscheinentzug dennoch erfolgen.

Eine verminderte Schuldfähigkeit kann vorliegen bei:

  • Alkohol
  • Drogen
  • Demenz
  • Weitere tiefgreifende Bewusstseinsstörungen

Wird eine verminderte Schuldfähigkeit bzw. eine Schuldunfähigkeit festgestellt, entscheidet das Gericht auf Basis des § 46 Abs. 1 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies gilt insbesondere, wenn Erkrankungen oder Mängel nach den Anlagen 4, 5 oder 6 vorliegen oder erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde und dadurch die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen ist.
Bei Vollrausch und Fahrerflucht kommt es zum Führerscheinentzug.

Bei Vollrausch und Fahrerflucht kommt es zum Führerscheinentzug.

Der Führerscheinentzug soll aus verkehrspsychologischer Sicht zunächst ein Umdenken beim Kraftfahrer bewirken, wichtiger ist den Behörden aber die Sicherung des Straßenverkehrs. Wer seinen Führerschein aufgrund einer Fahrerflucht entzogen bekommt, muss eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten bis maximal fünf Jahren abwarten, bevor er seinen Führerschein neu beantragen kann.

Bevor es aber zum Entzug kommt, muss das Gericht zweifelsfrei klären, dass eine Fahruntauglichkeit vorliegt. Mögliche Gründe für Fahruntauglichkeit sind beispielsweise charakterliche Mängel, Alkoholismus und Drogensucht. Diese Mängel bewirken letztlich, dass Verkehrssicherheit den kriminellen Interessen des Täters untergeordnet wird. Mit dem Fahrerlaubnisentzug handelt ein Gericht bzw. eine Behörde also präventiv und zieht den Verkehrssünder sozusagen aus dem Verkehr.

Der Führerscheinentzug droht, wie bereits erwähnt, nur bei besonders schweren Fällen von Fahrerflucht. Bei kleineren Sachschäden oder leichten Verletzungen kann der § 69 StGB keine Anwendung finden. Dennoch kann eine Maßregel zur Besserung und Sicherung in Form eines Fahrverbots Anwendung finden. Als Nebenfolge kann dies für eine Dauer von einen Monat bis drei Monaten verhängt werden. Grundlage bildet der § 44 StGB.

(1) Wird jemand wegen einer Straftat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeugs oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, zu einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe verurteilt, so kann ihm das Gericht für die Dauer von einem Monat bis zu drei Monaten verbieten, im Straßenverkehr Kraftfahrzeuge jeder oder einer bestimmten Art zu führen. Ein Fahrverbot ist in der Regel anzuordnen, wenn in den Fällen einer Verurteilung nach § 315c Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a, Abs. 3 oder § 316 die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 unterbleibt.

(2) Das Fahrverbot wird mit der Rechtskraft des Urteils wirksam. Für seine Dauer werden von einer deutschen Behörde ausgestellte nationale und internationale Führerscheine amtlich verwahrt. Dies gilt auch, wenn der Führerschein von einer Behörde eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ausgestellt worden ist, sofern der Inhaber seinen ordentlichen Wohnsitz im Inland hat. In anderen ausländischen Führerscheinen wird das Fahrverbot vermerkt.

(3) Ist ein Führerschein amtlich zu verwahren oder das Fahrverbot in einem ausländischen Führerschein zu vermerken, so wird die Verbotsfrist erst von dem Tage an gerechnet, an dem dies geschieht. In die Verbotsfrist wird die Zeit nicht eingerechnet, in welcher der Täter auf behördliche Anordnung in einer Anstalt verwahrt worden ist.

Wann tritt bei einer Fahrerflucht die Verjährung ein?

Bis auf wenige Kapitaldelikte wie Mord verjähren alle Straften früher oder später. Entscheidend dafür ist das im StGB festgeschriebene Höchstmaß der Freiheitsstrafe. Ist die Verjährungsfrist abgelaufen, können die Täter für diese Tat nicht mehr strafrechtlich belangt werden. Im § 78 StGB heißt es:

(1) Die Verjährung schließt die Ahndung der Tat und die Anordnung von Maßnahmen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) aus. § 76a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bleibt unberührt.

(2) Verbrechen nach § 211 (Mord) verjähren nicht.

(3) Soweit die Verfolgung verjährt, beträgt die Verjährungsfrist

  1. dreißig Jahre bei Taten, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind,
  2. zwanzig Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren bedroht sind,
  3. zehn Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als fünf Jahren bis zu zehn Jahren bedroht sind,
  4. fünf Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren bedroht sind,
  5. drei Jahre bei den übrigen Taten.

(4) Die Frist richtet sich nach der Strafdrohung des Gesetzes, dessen Tatbestand die Tat verwirklicht, ohne Rücksicht auf Schärfungen oder Milderungen, die nach den Vorschriften des Allgemeinen Teils oder für besonders schwere oder minder schwere Fälle vorgesehen sind.

Gemäß § 142 Abs. 1 wird eine Fahrerflucht mit maximal drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Demnach kommt beim § 78 der Absatz 3 Nummer vier zum Tragen. Die Verjährungsfrist beträgt entsprechend fünf Jahre.

Fahrerflucht in der Probezeit

Die Fahrerflucht in der Probezeit ist ein A-Verstoß.

Die Fahrerflucht in der Probezeit ist ein A-Verstoß.

Führerscheinneulinge stehen per Gesetz unter besonderer Beobachtung. Sie müssen sich während einer zweijährigen Probezeit bewähren und ihre Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen.

Den Führerschein gibt es also zunächst auf Probe. Wird in dieser Zeit schwerwiegend gegen das Verkehrsrecht verstoßen, folgen neben den üblichen Bußen und Strafen auch Probezeitmaßnahmen. Diese haben vor allem verkehrspädagogische Bedeutung.

Führerscheinneulinge sind in der Regel weniger erfahren und routiniert. Ein Parkrempler ist schnell passiert. Dazu kommt häufig auch Übermut und der Wille, Grenzen auszutesten. Gerade durch Leichtsinn und Unbesonnenheit kann es zu schweren Unfällen kommen.

A-Verstöße und B-Verstöße

Verkehrsvergehen werden in der Probezeit in zwei Kategorien unterschieden – Katalog A und Katalog B. Sogenannte A-Verstöße sind schwerwiegende Eingriffe in die Verkehrssicherheit. B-Verstöße gelten als weniger schwerwiegend.

Beim ersten schwerwiegenden Verstoß (Katalog A bzw. zwei Verstöße gemäß Katalog B) wird die Probezeit auf vier Jahre verlängert. Außerdem wird eine kostenpflichtige Nachschulung obligatorisch. Wird bereits zum zweiten Mal ein schwerwiegendes Delikt begangen, erhalten die Führerscheinneulinge eine Empfehlung, eine verkehrspsychologische Beratung zu absolvieren. Beim dritten Verstoß erfolgt der Entzug der Fahrerlaubnis.

Die Angst, eine Probezeitmaßnahme über sich ergehen lassen oder den Führerschein komplett abgeben zu müssen, ist sehr hoch. Zudem kommt ein gewisses Maß an Unsicherheit, was dazu führen kann, dass für Führerscheinneulinge eine Fahrerflucht begehen statt den Vorfall zu melden.

Wird in der Probezeit eine Fahrerflucht begangen, gilt diese als A-Verstoß. Je nach Schwere unterscheidet sich das Strafmaß. Kam es nur zu kleineren, unbedeutenden Schäden, wird in der Regel der Führerschein nicht eingezogen. Als Folge der Fahrerflucht erhalten Führerscheinneulinge mindestens drei Punkte, eine Geldstrafe und entsprechende Probezeitmaßnahmen. Bei schweren Fällen von Fahrerflucht  sind der Führerscheinentzug und eine Freiheitsstrafe nicht unüblich.

Mögliche Strafen für eine Unfallflucht während der Probezeit:

  • drei Punkte in Flensburg
  • Geldstrafe
  • Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre
  • Obligatorisches ALFA-Aufbauseminar
  • Fahrverbot von bis zu drei Monaten
  • Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist von 6 Monaten bis maximal 5 Jahren
  • Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren

Ist es Fahrerflucht auch ohne Schaden?

Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft.

Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft.

Die Fahrzeuge haben sich kaum berührt und es gibt keinen erkennbaren Schaden? Dann kann es doch eigentlich auch keine Fahrerflucht sein. Dies ist allerdings nicht korrekt, denn beim Thema Unfallflucht geht es in erster Linie nicht darum, wie hoch der entstanden Schaden ist, sondern darum, dass der Flüchtende dem Geschädigten die Möglichkeit einer vernünftigen Schadensregulierung verwehrt. Nicht alle Schäden sind auf dem ersten Blick sichtbar, häufig fallen diese erst später  auf.

In der Regel kann nur ein Schadensgutachten ein verlässliches Urteil über den entstanden Schaden fällen. Ist vermeintlich kein Schaden entstanden, müssen Sie dennoch mit dem Geschädigten die Kontaktdaten tauschen, damit später auffallende Schäden durch die Haftpflichtversicherung des Schädigers reguliert werden können.

Selbst wenn im Nachhinein feststeht, dass kein Schaden verursacht worden ist, handelt es sich um ein unerlaubtes Verlassen des Unfallorts, wenn Sie den Unfall nicht melden bzw. eine angemessen Zeit abwarten.

Unbemerkte Unfallflucht – das Argument zieht nicht immer

Natürlich kann es vorkommen, dass eine Unfallflucht nicht bemerkt wird. Wer gerade abgelenkt ist oder laute Musik hört, kann ein Vorbeischrammen oder einen kleinen Parkrempler durchaus nicht mitbekommen. Der entstandene Schaden fällt dann meist erst im Nachhinein auf. Häufig ist dann sogar unklar, ob der Kraftfahrer selbst der Geschädigte oder gar der Verursacher ist.

Sollten Sie auf eine Macke im Lack oder eine Beule stoßen, sollten Sie den Fall unbedingt nachträglich bei der Polizei melden. Meist haben Betroffene sogar eine bestimmte Situation im Hinterkopf, bei der es zum Schaden gekommen sein könnte.

Als Ausrede funktioniert die unbemerkte Fahrerflucht in der Regel nicht. Gutachter können mittlerweile sehr genau einschätzen, ob ein Unfall vom Fahrer hätte bemerkt werden müssen. Sie wissen welche Geräusche bzw. welchen Ruck ein Aufprall zur Folge hat.

Fahrerflucht: Was ist zu tun?

Fahrerflucht ist eine schwere Straftat.

Fahrerflucht ist eine schwere Straftat.

Wer Opfer einer Fahrerflucht wird, hat oft nicht viele Möglichkeiten, insbesondere dann, wenn der Schaden erst später auffällt und nicht klar gesagt werden kann, wann und wo es zum Zusammenstoß kam. Aber auch in der akuten Situation sind viele Geschädigte schockiert über die Dreistigkeit, die manche Autofahrer an den Tag legen. Besonders schlimm ist es, wenn bei einem Unfall Personen verletzt worden sind und zur Fahrerflucht auch eine unterlassene Hilfeleistung hinzu kommt.

In solchen Momenten sollten Geschädigte besonders aufmerksam sein und sich das Kennzeichen sowie die Farbe und Marke des Fahrzeugs einprägen. Selbst wenn Sie sich das Nummernschild nicht vollständig einprägen konnten, grenzen diese Daten den möglichen Täterkreis ein. Rufen Sie die Polizei und melden Sie den Vorfall. Anhand Ihrer Aussage können die Beamten nach dem Täter fahnden.

Der Gang zur Polizei sollte auch dann angetreten werden, wenn eine Unfallflucht durch einen Bagatellschaden am eigenen Fahrzeug erst später auffällt. Dort können Sie Anzeige wegen Fahrerflucht stellen. Diese läuft zwar zunächst gegen „Unbekannt“, aber tun Sie das nicht, können die Beamten nicht ermitteln. Außerdem besteht die Chance, dass sich der Schädiger bereits bei der Polizei gemeldet hat, wodurch eine klassische Schadensregulierung möglich wird.

Aufklärungsrate bei Fahrerflucht

Tatsächlich sind die Aufklärungsraten bei Fahrerflucht nicht sonderlich rosig. Gab es keine Zeugen bzw. gibt es keine weiteren Hinweise auf den Täter, bleibt eine Fahrerflucht nicht selten ungesühnt. Insbesondere beim Sachschaden bzw. beim Bagatellschaden werden nur selten die Täter gefasst, was vermutlich auch dazu ermutigt, dass es in diesem Bereich immer häufiger zur Fahrerflucht kommt.

Bei Unfällen mit Blechschäden wird im Durchschnitt nur jeder Dritte gefasst. Bei Personenschäden sind die Aufklärungsquoten allerdings besser. Insgesamt liegt die Aufklärungsrate aber bei unter 50 Prozent. In Bayern konnten 2013 nur 39 % der angezeigten Fälle von Unfallflucht aufgeklärt werden, in Hessen waren es 40 % und in Nordrhein-Westfalen 46 %.

Unfallflucht: Zahlt die Versicherung?

Geschädigte einer Fahrerflucht haben keine Versicherung, welche die Kosten übernimmt.

Geschädigte einer Fahrerflucht haben keine Versicherung, welche die Kosten übernimmt.

Konnte der Täter nicht ermittelt werden, bleiben die Geschädigten häufig auf ihren Kosten sitzen. Wurde nur eine Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug abgeschlossen, müssen die Reparaturen selbst bezahlt werden. Die Haftpflicht zahlt für Schäden, die Sie verursacht haben, z. B. am Fremdfahrzeug.

Mit einer Vollkaskoversicherung ist die Lage schon weitaus entspannter. Diese übernimmt meist bei Fahrerflucht die Kosten, sollten die Ermittlungen der Polizei ins Leere gehen.

Bei der Schadensregulierung via Vollkaskoversicherung sollten Betroffene aber zunächst klären, welchen Einfluss die Reparatur auf den Schadensfreiheitsrabatt hat. In einigen Fällen ist es dann doch günstiger, den Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen.

Für die Schadenregulierung spielt es keine Rolle, wer das verursachende Fahrzeug geführt hat. Die Haftpflichtversicherung läuft auf das Fahrzeug und in der Regel nicht auf den Fahrer. Demnach muss nur das Unfallfahrzeug bzw. dessen Halter ausfindig gemacht werden.

Finanziell kann für einen Unfallflüchtigen die Tat ein Desaster sein. Neben den Strafen, welche der Bußgeldkatalog und das Strafgesetzbuch vorsehen, gibt es auch in der Schadensregulierung große Nachteile für Kraftfahrer, die eine Fahrerflucht begehen. Grundsätzlich ist es der Kaskoversicherung erlaubt, die Schadensregulierung des Täters abzulehnen.

Das Opfer wird zwar per Haftpflichtversicherung entschädigt, vom Flüchtigen kann sie sich aber bis zu 10.000 Euro zurückholen. Außerdem sind Versicherungen dazu berechtigt, einen Unfallschaden an die Polizei zu melden, sollte der Verdacht von Fahrerflucht im Raum stehen. Auf diese Weise kann der finanzielle Schaden für den Täter erheblich größer werden, als wenn er sich in der Unfallsituation korrekt verhalten hätte.

Tipp: Bei schweren Fällen von Fahrerflucht hilft die Verkehrsopferhilfe

Kann der Schaden nicht via Kaskoversicherung beglichen werden, weil beispielsweise nur eine Haftpflicht abgeschlossen worden ist, kann unter Umständen die Verkehrsopferhilfe die Schadensregulierung übernehmen.

Als Fond soll die Verkehrsopferhilfe die Lücken des Pflichtversicherungsgesetzes schließen, damit unzumutbare Härten bei Geschädigten vermieden werden. Sie springt beispielsweise ein, wenn bei einem Fahrzeug der Versicherungsschutz abgelaufen ist, aber auch bei Unfallflucht kann sie ein Ansprechpartner sein, denn bei Fahrerflucht bleibt die Versicherung der gegnerischen Partei unbekannt.

Finanziert wird der Fond durch alle deutschen Haftpflichtversicherer. Die Verkehrsopferhilfe übernimmt allerdings nur Fälle, bei denen es gleichzeitig zu einem erheblichen Personenschaden gekommen ist. Ein Anspruch auf Entschädigung oder eine Unterstützung besteht jedoch nicht. Der Garantiefond entscheidet je Einzelfall.

Hilft eine Selbstanzeige bei Fahrerflucht?

Die Selbstanzeige bei einer Fahrerflucht muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Die Selbstanzeige bei einer Fahrerflucht muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Nicht selten kommt es dazu, dass Unfallflüchtige im Nachhinein Reue verspüren und die Angelegenheit klären wollen. Häufig kommt es zur Fahrerflucht im Affekt z. B. wegen der Angst vor Ärger oder den Kosten. Manchmal wird die Situation auch schlicht falsch eingeschätzt – mit etwas Abstand kommen aber viele zu Verstand und wollen den Vorfall melden.

Der § 142 StGB Abs. 2-4 ermöglicht die Selbstanzeige, die zumindest strafmildernd wirkt. In Fällen mit unerheblichem Sachschaden kann sogar von einer Strafverfolgung abgesehen werden.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

  1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
  2. berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

Betroffene sollten schnell handeln, denn innerhalb der 24-stündigen Frist können sich Unfallflüchtige noch weitgehend straffrei aus der Angelegenheit retten. Die Strafe für eine Fahrerflucht mit Selbstanzeige ist zumindest geringer, als wenn die Polizei sie ermittelt. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um einen eher unbedeutenden Schaden handelt. Nach der Frist bzw. falls Betroffene von der Polizei bereits innerhalb der 24 Stunden ermittelt werden, verfällt der Bonus für die Selbstanzeige.

Wie sollten Sie sich verhalten bei einem Verkehrsunfall?

Sind Sie an einem Unfall beteiligt, müssen Sie sich an die vorgeschriebenen Verhaltensregeln des § 34 Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Verstoßen Sie gegen diese Vorschriften, begehen Sie zumindest eine Ordnungswidrigkeit.

Verhaltensregeln der StVO bei einem Unfall gemäß § 34:

(1) Nach einem Verkehrsunfall hat, wer daran beteiligt ist,

  1. unverzüglich zu halten,
  2. den Verkehr zu sichern und bei geringfügigem Schaden unverzüglich beiseite zu fahren,
  3. sich über die Unfallfolgen zu vergewissern,
  4. Verletzten zu helfen (§ 323c des Strafgesetzbuchs),
  5. anderen am Unfallort anwesenden Beteiligten und Geschädigten
    a) anzugeben, dass man am Unfall beteiligt war und
    b) auf Verlangen den eigenen Namen und die eigene Anschrift anzugeben sowie den eigenen Führerschein und den Fahrzeugschein vorzuweisen und nach bestem Wissen Angaben über die Haftpflichtversicherung zu machen,
  6. a) so lange am Unfallort zu bleiben, bis zugunsten der anderen Beteiligten und Geschädigten die Feststellung der Person, des Fahrzeugs und der Art der Beteiligung durch eigene Anwesenheit ermöglicht wurde oder
    b) eine nach den Umständen angemessene Zeit zu warten und am Unfallort den eigenen Namen und die eigene Anschrift zu hinterlassen, wenn niemand bereit war, die Feststellung zu treffen,
  7. unverzüglich die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, wenn man sich berechtigt, entschuldigt oder nach Ablauf der Wartefrist (Nummer 6 Buchstabe b) vom Unfallort entfernt hat. Dazu ist mindestens den Berechtigten (Nummer 6 Buchstabe a) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitzuteilen, dass man am Unfall beteiligt gewesen ist, und die eigene Anschrift, den Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort des beteiligten Fahrzeugs anzugeben und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine zumutbare Zeit zur Verfügung zu halten.

(2) Beteiligt an einem Verkehrsunfall ist jede Person, deren Verhalten nach den Umständen zum Unfall beigetragen haben kann.

(3) Unfallspuren dürfen nicht beseitigt werden, bevor die notwendigen Feststellungen getroffen worden sind.

Nur ein Parkrempler: Es bleibt Fahrerflucht

Haben Sie ein Auto angefahren, ist es Fahrerflucht, wenn Sie einfach weg fahren. Es bleibt auch Fahrerflucht, wenn der Parkschaden noch so klein ist. Selbst ein kleiner Kratzer an der Stoßstange kann nach § 142 StGB geahndet werden. Die Fahrerflucht bei einem Bagatellschaden ist recht häufig, weil diese oftmals erst später auffallen. Die Täterverfolgung ist dadurch schwierig, so dass nur jeder dritte Unfallflüchtige in einer solchen Situation gefasst wird. Die Konsequenzen sind aber dennoch verheerend, sollte die Polizei den Täter ermitteln. Bei Fahrerflucht reicht ein Bußgeld zur Ahndung nicht aus. Es ist eine Straftat und kann in schweren Fällen sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verfolgt werden.

Der Zettel unterm Scheibenwischer

Der Zettel unterm Scheibenwischer reicht nicht, um Sie vor einer Anzeige zu schützen. Geht der Halter nicht darauf ein, können Sie dennoch wegen Fahrerflucht verurteilt werden. Sie müssen eine „angemessene“ Zeit warten, sollte der Halter nicht zugegen sein. Was „angemessen“ ist, muss im Einzelfall entschieden werden. In der Regel sollten Sie allerdings mindestens 15 Minuten warten. Bei Parkremplern sind 30 Minuten zumutbar, bei schweren Unfällen mindestens zwei Stunden. Selbst, wenn der Halter nicht auftaucht, ist der Fall nicht geregelt. Sie müssen den Vorfall dann unverzüglich bei der Polizei melden.

Ich habe eine Katze überfahren – ist das Fahrerflucht?

Einen Hund oder eine Katze überfahren, ist keine Fahrerflucht, sollten Sie weiterfahren.

Einen Hund oder eine Katze überfahren, ist keine Fahrerflucht, sollten Sie weiterfahren.

Für Tierhalter ist es ein trauriges Erlebnis, wenn das eigene Haustier überfahren wird. Immer wieder kommt es vor, dass beispielsweise eine Katze unter die Räder kommt und der Fahrer einfach weiterfährt. Aber handelt es sich hier um eine Fahrerflucht? Tiere gelten im Gesetz als Sache. Man kann also in diesem Fall von einer Sachbeschädigung sprechen. Fahrerflucht ist es allerdings nicht, denn die Pflichtverletzung hat der Tierhalter begangen. Er muss dafür Sorge tragen, dass weder Hund noch Katze die Fahrbahn betreten und somit eine Gefährdung verursachen.

Demnach besteht keine Pflicht für den Kraftfahrer, dem Tierbesitzer einen Unfall mitzuteilen, auch die Polizei muss nicht informiert werden. Tatsächlich liegt die Schuld beim Halter, der sogar zivilrechtlich für einen Schaden haftbar gemacht werden und von den Behörden mit einem Bußgeld belegt werden kann. Dieses beträgt bei einem Unfall 10 Euro, bei Gefährdung sind es fünf Euro.

Gemäß Gesetz müsste ein Kraftfahrer sogar dafür Sorge tragen, dass das Tier nicht unnötig leidet, falls es schwer bis tödlich verletzt worden ist. Dem Tier ist nicht zuzumuten, dass es qualvoll auf der Straße verendet. Wer das nicht kann, hat die Möglichkeit, die Hilfe von Tierrettungsdiensten, Jagdpächtern oder der Polizei anzufordern. Lässt der Kraftfahrer das Tier leiden, kann es sich um Tierquälerei handeln. Diese kann geahndet werden mit einem Bußgeld bis 50.000 Euro.

Ist es beim Wildunfall Fahrerflucht?

Wer nach einem Wildunfall, den Unfallort verlässt, begeht keine Fahrerflucht. Dennoch sollte die Polizei und der zuständige Förster über den Vorfall informiert werden, denn wenn das Wild qualvoll verendet, könnte ein Fall von Tierquälerei vorliegen, selbst dann, wenn das Wildtier schwer verletzt im Dickicht verschwindet.

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