Fahren trotz Fahrverbot: Welche Konsequenzen zieht das nach sich?

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Fahren während Fahrverbot: Was heißt das genau?

Trotz Fahrverbot zur Arbeit fahren oder zum Einkaufen? Dies kann ernste Folgen haben.
Trotz Fahrverbot zur Arbeit fahren oder zum Einkaufen? Dies kann ernste Folgen haben.

Was passiert, wenn man trotz Fahrverbot Auto fährt? Dies ist oft eine der ersten Fragen, die Autofahrern durch den Kopf schießt, wenn sie ihren Führerschein abgeben müssen. Denn für die meisten bringt es einiges an Unannehmlichkeiten mit sich, wenn sie sich plötzlich nicht mehr hinters Steuer setzen dürfen. Mitunter ist dann die Versuchung groß, trotz Fahrverbot weiterhin zu fahren.

Doch dies kann ernste Konsequenzen mit sich bringen, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Bagatelle. Um zu erläutern, mit welchen möglichen Sanktionen Sie rechnen müssen, wollen wir Ihnen zuerst erklären, was unter „Fahren trotz Fahrverbot“ eigentlich verstanden wird. Denn tatsächlich können hier verschiedene Situationen gemeint sein.

Darum soll dieser Ratgeber die Unterschiede aufzeigen zwischen:

  • Fahren trotz behördlichem Fahrverbot
  • Fahren trotz Fahrerlaubnisentzug bzw. ohne vorherige Fahrerlaubnis
  • Fahren trotz gerichtlich angeordnetem Fahrverbot
  • Fahren trotz ärztlichem Fahrverbot
  • Lkw-Fahren trotz Sonntags- bzw. Feiertagsfahrverbot

Fahrerlaubnisentzug, behördliches und gerichtlich angeordnetes Fahrverbot

Fahren im Fahrverbot: Welche Strafe droht?
Fahren im Fahrverbot: Welche Strafe droht?

Wenn ein Kraftfahrzeug-Führer davon spricht, dass ihm der Führerschein abgenommen wurde, können zwei verschiedene Situationen vorliegen: Entweder wurde für ihn ein Fahrverbot angeordnet oder ihm wurde die Fahrerlaubnis entzogen.

Vielen ist nicht klar, dass es sich hierbei juristisch gesehen um zwei unterschiedliche Sachverhalte handelt, weshalb die Begriffe „Fahrverbot“ und „Fahrerlaubnisentzug“ oft fälschlicherweise synonym gebraucht werden. Daher wollen wir beide an dieser Stelle klar definieren, bevor wir Ihnen erläutern, welche Konsequenzen das Fahren trotz Fahrverbot mit sich bringt.

Der Entzug der Fahrerlaubnis

Der Fahrerlaubnisentzug, auch bekannt als „Führerscheinentzug“, kann entweder in Folge einer Straftat von einem Gericht verhängt werden oder wird durch eine Verwaltungsbehörde angeordnet, wenn der Betroffene sich eines schweren Verstoßes im Straßenverkehr schuldig gemacht hat. Dies ist z. B. bei Alkohol am Steuer der Fall oder wenn jemand 8 Punkte auf seinem Konto in Flensburg angesammelt hat.

Beim Entzug der Fahrerlaubnis wird dem Verkehrssünder die Erlaubnis, ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu führen, aberkannt. Dies gilt unbegrenzt, allerdings kann der Betroffene meist nach Ablauf einer bestimmten Sperrfrist die Fahrerlaubnis neu beantragen. Häufig muss er dazu bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie z. B. die erfolgreiche Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Das Fahrverbot

Das Fahren trotz 1 Monat Fahrverbot hat die gleichen Folgen wie die Missachtung eines zwei- oder dreimonatigen Fahrverbots.
Das Fahren trotz 1 Monat Fahrverbot hat die gleichen Folgen wie die Missachtung eines zwei- oder dreimonatigen Fahrverbots.

Anders verhält es sich, wenn „nur“ ein Fahrverbot gegen den Verkehrssünder verhängt wurde. In diesem Fall bleibt die Fahrerlaubnis bestehen, sie wird lediglich für die Dauer des Fahrverbots ausgesetzt.

Das Fahrverbot ist grundsätzlich befristet und nach seinem Ablauf erhält der Betroffene seinen Führerschein zurück. Er darf dann wieder ganz normal sein Fahrzeug in der Öffentlichkeit führen.

Das Fahrverbot kann von einer Behörde, z. B. der Bußgeldstelle, oder einem Amtsgericht in Folge einer Verkehrsordnungswidrigkeit verhängt werden. Hier greift § 25 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), laut dem das behördliche Fahrverbot ein bis drei Monate dauern kann.

Ferner kann ein Fahrverbot aber auch als Nebenstrafe bei einer Straftat von einem Gericht angeordnet werden. In diesem Fall gilt § 44 des Strafgesetzbuchs (StGB): Gemäß diesem kann das Fahrverbot bis zu sechs Monate betragen.

Hinsichtlich des Verstoßes „Fahren trotz Fahrverbot“ spielt es keine Rolle, ob dieses von einer Behörde oder einem Gericht verhängt wurde, und auch die Dauer des Fahrverbots ist irrelevant. Die Konsequenzen sind die gleichen.

Fahren trotz Fahrverbot: Welche Strafe erwartet Sie?

Das Fahren trotz Fahrverbot stellt eine Straftat dar und erfüllt den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG. Gleiches gilt beim Fahren trotz Fahrerlaubnisentzug. Auch wenn jemand sich hinters Steuer setzt, obwohl er nie einen Führerschein besessen hat, greift § 21 StVG.

Das Fahren trotz Fahrverbot kann eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.
Das Fahren trotz Fahrverbot kann eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Da es sich hierbei um eine Straftat und nicht bloß um eine Ordnungswidrigkeit handelt, bringt das Fahren trotz Fahrverbot nicht nur Punkte in Flensburg oder ein Bußgeld mit sich. Stattdessen müssen Betroffene mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Wurde die Tat fahrlässig begangen, kann gemäß § 21 Abs. 2 StVG eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen verhängt werden.

Wenn Sie bei einem Fahrverbot trotzdem fahren, kann unter Umständen außerdem Ihr Fahrzeug eingezogen werden und ein Entzug der Fahrerlaubnis erfolgen. Wie hart die Strafe letztendlich ausfällt, wird je nach Einzelfall von einem Richter entschieden.

StraftatMögliche Strafen
Fahren bei einem Fahrverbot gemäß § 25 StVG bzw. § 44 StGBGeldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr
... bei FahrlässigkeitGeldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr

Fahrverbot in Deutschland: Ist das Fahren auch im Ausland verboten?

Das Fahren trotz Fahrverbot ist auch im Ausland nicht empfehlenswert. Denn zwar gilt die Aussetzung der Fahrerlaubnis nur in Deutschland, Sie müssen jedoch bedenken, dass für die Dauer des Fahrverbots auch die Abgabe Ihres Führerscheins erfolgt.

Und ohne ein gültiges Dokument, das Ihre Fahrerlaubnis nachweist, dürfen Sie auch im Ausland nicht fahren. Tun Sie es dennoch, hängt es vom jeweiligen Land ab, welche Sanktionen Ihnen drohen. Diese können von hohen Geldbußen bis zu Haftstrafen reichen.

Mofa fahren trotz Fahrverbot: Ist das erlaubt?

Ist es erlaubt, Mofa zu fahren trotz eines bestehenden Fahrverbots?
Ist es erlaubt, Mofa zu fahren trotz eines bestehenden Fahrverbots?

Für ein Mofa wird in Deutschland keine Fahrerlaubnis benötigt, lediglich eine Prüfbescheinigung. Also sollte es doch erlaubt sein, trotz Fahrverbot wenigstens noch mit dem Mofa zu fahren, oder?

Teilweise stimmt das. Es kommt hierbei darauf an, für welche Führerscheinklassen das Fahrverbot gilt. Wurde dieses nur für bestimmte Klassen verhängt und ist die Klasse M davon nicht betroffen, dürfen Sie weiterhin Mofa fahren – trotz Fahrverbot. Wurde dieses allerdings für sämtliche Klassen angeordnet, muss auch das Kraftrad in der Garage bleiben.

Auto fahren trotz ärztlichem Fahrverbot

Ein Fahrverbot muss jedoch nicht immer von einer Behörde oder einem Gericht ausgesprochen werden. Auch Mediziner können ein solches verhängen. Ist ein Patient körperlich oder geistig so stark beeinträchtigt, dass er nach Meinung des Arztes den Straßenverkehr gefährden könnte, ist dieser berechtigt, ein ärztliches Fahrverbot auszusprechen. Ein solches wird z. B. oft nach einem Schlaganfall oder bei Epilepsie verhängt.

Aber welche Konsequenzen hat wiederum das Fahren bei einem ärztlichen Fahrverbot? Die gute Nachricht hierbei: Wird das Fahrverbot nur von einem Mediziner und nicht zusätzlich auch von einer Behörde erteilt, ist es rechtlich nicht verbindlich. Sie müssen deshalb nicht mit verkehrsrechtlichen Strafen rechnen, wenn Sie sich nicht an das ärztliche Fahrverbot halten.

Allerdings steht es dem Arzt frei, das medizinische Fahrverbot der Führerscheinstelle mitzuteilen, welches dann zusätzlich ein behördliches Fahrverbot verhängen kann.

Rechtliche Folgen bei einem Unfall

Es kann ernste Folgen haben, wenn Sie das ärztliche Fahrverbot missachten und in einen Verkehrsunfall verwickelt werden.

Ärztliches Fahrverbot und trotzdem gefahren: Bei einem Unfall kann Ihnen mindestens eine Teilschuld zugesprochen werden.
Ärztliches Fahrverbot und trotzdem gefahren: Bei einem Unfall kann Ihnen mindestens eine Teilschuld zugesprochen werden.

Zwar müssen hier immer die konkreten Umstände berücksichtigt werden, häufig jedoch hat das Fahren trotz ärztlichem Fahrverbot zur Folge, dass Ihnen zumindest eine Teilschuld, wenn nicht sogar die überwiegende Schuld, an dem Unfall zugeschrieben wird.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Sie durch das Fahren mit ärztlichem Fahrverbot bei einem daraus resultierenden Unfall Ihren Versicherungsschutz verlieren oder dass Ihre Versicherung Sie für die gezahlten Leistungen in Regress nimmt.

Missachtung des Lkw-Fahrverbots

Es gibt noch eine weitere Art von Fahrverboten im deutschen Straßenverkehr: das Verbot für Lkw, an Sonn- und Feiertagen zu fahren. In der Ferienzeit vom 1. Juli bis 31. August trifft dies auch auf Samstage zu. Die Fahrverbote gelten jeweils von 0 bis 22 Uhr und betreffen beinahe alle Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen sowie Lkw mit Anhänger. Zudem muss es sich um gewerbliche Fahrten handeln, private Lkw-Fahrer müssen sich nicht daran halten.

Bestimmte Fahrzeuge und Transporte (z. B. von Fleisch, Fisch und leicht verderblichem Obst) sind von diesem Lkw-Fahrverbot ausgenommen.

Wenn Sie als Lkw-Fahrer keine entsprechende Ausnahmegenehmigung haben und an einem Sonntag oder Feiertag gewerblich mit Ihrem Lkw fahren – trotz Fahrverbot –, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit. Werden Sie dabei erwischt, wird ein Bußgeld fällig.

OrdnungswidrigkeitBußgeld in Euro
Lkw-Fahren trotz Fahrverbot an einem Sonntag oder einem Feiertag120
Lkw-Fahren trotz Fahrverbot an einem Samstag während der Ferienzeit25
... länger als 15 Minuten60

Übrigens: Auch der Halter des Lkw muss ein Bußgeld zahlen, wenn er das Fahren trotz Lkw-Fahrverbot anordnet oder zulässt. Dieses ist sogar erheblich höher als das Bußgeld für den Fahrer.

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