Garantiertes Fahrverbot: Alkohol und Drogen am Steuer

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?

Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.

Hier kostenlos prüfen →

Berauschend: Drogen und Alkohol im Straßenverkehr

Der Bußgeldkatalog sieht für Alkohol hohe Bußgelder vor.

Der Bußgeldkatalog sieht für Alkohol hohe Bußgelder vor.

Eigentlich leuchtet es ein, dass Alkohol und Drogen am Steuer eines Fahrzeugs nichts zu suchen haben. Bereits ohne Konsum von wahrnehmungsverändernden Mitteln kommt es oft zu schweren Verkehrsunfällen. Im Jahr 2014 verloren knapp 3.400 Personen ihr Leben auf deutschen Straßen. Davon ging jeder 13. Verkehrstote auf das Konto einer Alkoholfahrt. Trunkenheit im Verkehr stellt somit ein hohes Risiko für Leib und Leben dar.

Es muss auch nicht sein, dass immer ein alkoholisierter Fahrer für einen Unfall verantwortlich ist. Aber: Alkohol- und Drogenkonsum verlängern die Reaktionszeit.

Ausweichmanöver verzögern sich, wodurch ein Unfall nicht immer verhindert werden kann. Drogen und Alkohol sind für die Fahrtauglichkeit Gift. Es verwundert also nicht, dass die Behörden das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss schwer bestrafen.

Die Fahrt im Rausch wird in Deutschland ab einem bestimmten Wert als eine Straftat angesehen. Der Führerschein kann wegen Alkohol also entzogen werden. Dieser Ratgeber klärt Sie darüber auf, welche Alkoholgrenze es gibt, wie Drogen und Alkohol am Steuer bestraft werden und ab wann Betroffene mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen müssen.

Welche Promillegrenze gilt in Deutschland?

Alkohol ist Teil unserer Gesellschaft. Bei sämtlichen Anlässen gehört es zum guten Ton alkoholische Getränke anzubieten bzw. zu konsumieren. Wer nicht mittrinkt, gilt häufig als Spaßverderber. Für Kraftfahrer hört bei Alkohol tatsächlich der Spaß auf. Generell sollten sie gänzlich auf Bier und Co. verzichten. Ist dies nicht möglich, ist zumindest darauf zu achten, dass sie nicht über die deutsche Promillegrenze kommen. Diese liegt bei 0,5 Promille. Jeder Wert darüber erhält bei einer Verkehrskontrolle ein hohes Bußgeld, mindestens zwei Punkte und ein Fahrverbot. Auch ein Strafverfahren oder der Fahrerlaubnisentzug kann die Folge einer Alkoholfahrt sein.

Gesetzlich geregelt ist die Promillegrenze für das Auto und andere Kfz im § 24a Abs. 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG).

Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.

Für Fahranfänger und Personen bis zum 21. Lebensjahr gibt es sogar eine 0-Promille-Regel. Festgeschrieben ist diese im § 24c StVG.

Ordnungswidrig handelt, wer in der Probezeit nach § 2a oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung eines solchen Getränks steht.

Verstöße gegen die Alkoholgrenze bei Auto und Co. sind zunächst eine Ordnungswidrigkeit. Dies gilt aber nur bis zu einem Wert von 1,09 Promille. Höhere Werte fallen in die Kategorie Straftatbestand und werden vor einem Gericht verhandelt. Entsprechend schwer sind die Strafen nach einem Unfall.

Im Strafgesetzbuch (StGB) heißt es dazu im § 316:

(1) Wer im Verkehr (§§ 315 bis 315d) ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 315a oder § 315c mit Strafe bedroht ist.

(2) Nach Absatz 1 wird auch bestraft, wer die Tat fahrlässig begeht.

Alkohol im Straßenverkehr ist kein Kavaliersdelikt.

Alkohol im Straßenverkehr ist kein Kavaliersdelikt.

Noch bis ins Frühjahr 2001 galt noch eine 0,8-Promillegrenze. Infolge einer Reform der Bußgeldkatalog-Verordnung wurde diese aber heruntergesetzt. In der deutschen Rechtsprechung sind gegenwärtig beim Alkohol am Steuer folgende Grenzen verbindlich:

  • 0 bis 0,49 Promille: keine Ordnungswidrigkeit
  • 0,5 bis 1,09 Promille: Ordnungswidrigkeit
  • ab 1,1 Promille: Straftat wegen absoluter Fahruntüchtigkeit
  • über 1,6 Promille: Straftat und Anordnung einer MPU

Allerdings ist es auch keine gute Idee, immer nur so viel zu trinken, dass 0,5 Promille nicht überschritten werden, denn auch hier lauert ein Straftatbestand. Kommt es beispielsweise aufgrund von Alkohol zu einem Unfall, kann die Staatsanwaltschaft bereits ab 0,3 Promille Anzeige erstatten. Juristisch wird dann von einer relativen Fahruntüchtigkeit gesprochen. Weitere Ausfallerscheinungen sind das Fahren in Schlangenlinien, erheblich verzögerte Reaktionszeit, Torkeln oder sogenanntes Lallen.

Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad

Ein häufiger Trugschluss ist, dass ein hoher Promillewert an Alkohol nur beim Autofahren strafbar ist. Tatsächlich ist es so, dass auch Fahrradfahrer ihren Führerschein für ein Kfz verlieren können, wenn sie zu viel getrunken haben. Ab einem Wert von 1,6 Promille müssen auch Radler zur MPU.

Alkohol am Steuer: Diese Strafen drohen

Für Alkohol am Steuer sind die Strafen hart.

Für Alkohol am Steuer sind die Strafen hart.

Gemäß Bußgeldkatalog gibt es für Alkohol im Straßenverkehr ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Vorausgesetzt der Wert bleibt unter 1.1 Promille. Beim zweiten Verstoß sind die Bußen deutlich höher. Hier fallen 1.000 Euro Bußgeld und drei Monate Fahrverbot an. Beim dritten Verstoß wird die Geldbuße nochmal um 500 Euro erhöht.

Ein Kraftfahrer mit über 1.1 Promille macht sich strafbar, auch dann, wenn es nicht zum Unfall kam. Es folgen der Führerscheinentzug und eine gerichtliche Verhandlung, in der das genaue Strafmaß festgelegt wird. Bei einer Trunkenheit am Steuer kann die Strafe sogar bis zu fünf Jahren Haft bestehen. Erst nach einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten kann die Fahrerlaubnis neu beantragt werden. Gemäß Bußgeldkatalog erhält der Alkoholsünder auch drei Punkte in Flensburg.

Betrunken Auto fahren: Wann folgt eine MPU?

Ob dem Alkohol am Steuer eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) folgt, liegt häufig im Ermessen der Behörde. In den verschiedenen Bundesländern gibt es dazu unterschiedliche Richtlinien. Einige ordnen diese bereits ab einem Wert von 1.1 Promille an, andere verlangen diese erst ab einem Promillewert von über 1,6.

Auch wer wiederholt mit Alkohol am Steuer erwischt wurde und dabei die Grenzwerte nicht überschritten hat, kann eine Anordnung zur MPU erhalten. Dies ist der Fall, wenn die Behörde einen Alkoholismus vermutet und somit berechtigte Zweifel an der Fahrtauglichkeit bestehen. In diesem Fall wäre ein ärztliches Fahrverbot gemäß Anlage 4 FeV denkbar.

Bußgeldkatalog: Alkohol am Steuer

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Ordnungswidrigkeit
Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze
Beim ersten Mal500 €21 Monat
Beim zweiten Mal1.000 €23 Monate
Beim dritten Mal1.500 €23 Monate
Straftat
Es kam zum Unfall bzw. zu einer Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkohol mit über 03, Promille.3Fahrerlaubnisentzug, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre
Alkoholfahrt mit über 1,09 Promille3Fahrerlaubnisentzug, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre

Fahrverbot bei Alkohol

Trunkenheit am Steuer gefährdet die Verkehrssicherheit.

Trunkenheit am Steuer gefährdet die Verkehrssicherheit.

Sicher ist: Wer mit Alkohol am Steuer erwischt wird, erhält ein Fahrverbot von einem bis drei Monate. Die erzwungene Mobilitätspause gilt als verkehrspädagogische Maßnahme. Betroffene sollen währenddessen über ihr Verhalten nachdenken und es entsprechend ändern.

Nicht selten sind aber Kraftfahrer auch beruflich auf den Führerschein angewiesen. Bekannt ist, dass mit Unterstützung eines Anwalts auch ein Fahrverbot umgangen werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es zu besonderer Härte kommt oder ein Augenblicksversagen vorliegt.

Das Fahrverbot nach einer Alkoholfahrt muss allerdings in der Regel angetreten werden, denn bei einem Verstoß gegen die Promillegrenze bleiben die Richter häufig hart. Selbst mit Unterstützung von einem Anwalt sind die Aussichten, ein wegen Alkohol ausgesprochenes Fahrverbot abzuwenden, äußerst schlecht.

Sie wurden mit Alkohol am Steuer in der Probezeit erwischt?

Alkohol am Steuer, wenn man unter 21 Jahren oder noch in der Probezeit ist, ist ein Tabu. Es gilt nach deutschem Recht eine 0-Promillegrenze. Wer dagegen verstößt, erhält einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von 250 Euro. Liegt der Alkoholgehalt über 0,5 Promille gilt das normale Strafmaß.

In der Probezeit bleibt es aber nicht nur bei der üblichen Strafe für Alkohol am Steuer. Hinzu kommen noch entsprechende Probezeitmaßnahmen. Eine Alkoholfahrt in der Probezeit gilt als A-Verstoß. Beim ersten A-Vergehen folgt die Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre und eine verpflichtende Teilnahme an einem Aufbauseminar mit Schwerpunkt auf der Alkoholproblematik. Beim zweiten werden eine Verwarnung und eine Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung ausgesprochen. Beim dritten A-Verstoß wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Drogen im Straßenverkehr

Für Drogen gibt es nichts Vergleichbares zur Promillegrenze in Deutschland.

Für Drogen gibt es nichts Vergleichbares zur Promillegrenze in Deutschland.

Neben Alkohol am Steuer stellen auch Drogen ein enormes Problem für die Verkehrssicherheit dar. Cannabis, Speed und Co. verändern die Wahrnehmung, Enthemmen und können zu einer unangemessenen Fahrweise führen. Auch die Reaktionszeit kann sich je nach Droge verlangsamen. Aus diesem Grund werden Autofahrer, die unter Drogen stehen, als besonderes Risiko eingeschätzt und entsprechend bestraft.

Das Strafmaß ähnelt dem des Alkoholverstoßes. Beim ersten Vergehen gibt es zwei Punkte in Flensburg, 500 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot.

Die Frage, ab wann eine MPU folgt, stellt sich häufig nicht. Beim Drogenkonsum sind die Behörden sehr streng. Die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung stellt eher die Regel dar. Insbesondere dann, wenn der Kraftfahrer durch eine auffällige Fahrweise die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Wird der Führerschein entzogen, folgt immer eine MPU.

Bußgeldkatalog: Drogen am Steuer

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Ordnungswidrigkeit
Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz
Beim ersten Mal500 €21 Monat
Beim zweiten Mal1.000 €23 Monate
Beim dritten Mal1.500 €23 Monate
Straftat
Es kam zum Unfall bzw. zu einer Gefährdung des Straßenverkehrs unter Drogen.3Fahrerlaubnisentzug, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre

Wie wird Drogenkonsum nachgewiesen?

Im Straßenverkehr ist die Folge von Drogen oder Alkohol stets ein Fahrverbot.

Im Straßenverkehr ist die Folge von Drogen oder Alkohol stets ein Fahrverbot.

Bei einer Verkehrskontrolle setzt die Polizei häufig einen Drogenschnelltest ein, der Speichel oder Schweiß auf Rückstände von Drogen analysiert.

Soll im Rahmen einer MPU ein Abstinenznachweis erfolgen, werden meist Blut- oder Urintests durchgeführt. Auch eine Haaranalyse kann in Frage kommen. Auf diese Weise können Drogen häufig noch lange nach einem Konsum nachgewiesen werden.

Was wird untersucht?

  • Speichel: Eine Speichelprobe wird entnommen und durch ein Testgerät analysiert. Fällt ein solcher Drogenschnelltest bei einer Verkehrskontrolle positiv aus, erfolgt eine Blutuntersuchung.
  • Schweiß: Ein Papierstreifen wird über Hände und andere schweißabsondernde Körperteile gewischt. Mit diesem Drogenwischtest gibt es schnelle Ergebnisse. Beim positiven Ergebnis, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt.
  • Urin: Ein Drogentest mit Urin ist eine sichere und zuverlässige Methode zum Nachweis von Drogenkonsum. Substanzen wie THC, Opiate, Ketamin, Kokain, Ecstasy, Speed, Alkohol und Barbiturate können mit ihm nachgewiesen werden. Betroffene müssen eine Urinprobe abgeben, welche im Labor untersucht wird. Es existieren aber auch Schnelltests.
  • Blut: Vor Gericht ist nur ein Blut-Drogentest als Beweis zugelassen. Dazu wird eine Blutprobe im Labor untersucht. Häufig wird zuvor ein Schnelltest auf Basis anderer Körperflüssigkeiten durchgeführt. Ein solcher Bluttest darf nicht verweigert werden.
  • Haar: Ein Langzeitkonsum lässt sich mittels Haarprobe nachweisen. Dieser Drogentest kommt häufig bei einer MPU zum Einsatz.

Anders als beim Alkohol gibt es keine festen Grenzwerte für Drogen. Bisher gibt es dazu keine gesetzlichen Bestimmungen, da stets von einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgegangen wird. Das Bundesverfassungsgericht hat allerdings in einem Urteil (BVerfG 21.12.2004 – 1 BvR 2652/03) entschieden, dass unter einem bestimmten Grenzwert davon ausgegangen werden kann, dass ein Fahrer unter keiner relevanten Wirkung eines Betäubungsmittels steht. Demnach liegt der Verstoß auch unterhalb der Grenze für eine Ordnungswidrigkeit.

Empfehlungen der Grenzwertkommision für Wirkstoffnachweise einzelner Betäubungsmittel

SubstanzEmpfohlener Grenzwert
THC1 ng/ml
Morphin10 ng/ml
Cocain10 ng/ml
Benzoylecgonin75 ng/ml
Amphetamin25 ng/ml
MDA25 ng/ml
MDE25 ng/ml
MDMA25 ng/ml
Methamphetamin25 ng/ml

Verkehrsrechtlich relevante Drogendelikte

Anders als beim Alkohol am Steuer kann ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz auch dann verkehrsrechtliche Konsequenzen haben, selbst wenn eine Teilnahme am Straßenverkehr nicht im Rausch stattgefunden hat. Wird jemand wegen eines solchen Verstoßes verurteilt, kann ein Fahrverbot oder ein Führerscheinentzug als Nebenfolge bzw. als Maßregel zur Besserung vergeben werden. Auch eine MPU kann Folge eines verkehrsfernen Drogendelikts sein.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?

Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.

Hier kostenlos prüfen →

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (34 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

6 Gedanken zu „Garantiertes Fahrverbot: Alkohol und Drogen am Steuer

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin vor mehr als 4 Monaten (am 9.06.2016) in eine allgemeine Verkehrskontrolle direkt neben einer Polizeiwache geraten.
    Zunächst durchlief ich den normalen Prozess und musste Führerschein und Personalausweis zur Überprüfung aushändigen. Danach habe ich einen Drogenurintest gemacht, welcher positiv auf THC reagierte. Im Anschluß habe ich zudem noch eine Blutprobe abgeben müssen.
    Nachdem der ganze Prozess abgeschlossen war, durchsuchten die Beamten noch mein Fahrzeug sporadisch auf Drogen – ich hatte nichts dabei.
    Doch dann kam das eigentlich fragliche:
    Den Führerschein sowie meinen Personalausweis habe ich nicht zurückbekommen. Am nächsten Tag fragte ich auf der Polizeiwache nach den beiden Dokumenten. Auf der Wache war nichts davon auffindbar. Die Beamtin telefonierte und ich konnte hören, wie sie sagte: ,,Oh das ist schlecht, wenn die Namen in dem verfassten Bericht über die Sache fehlen.” – Daraufhin sagte Sie mir, dass die Papiere nicht hier wären und gab mir lediglich eine Telefonnummer einer zuständigen Stelle. Diese Telefonnummer habe ich täglich versucht anzurufen – ohne Erfolg. Nach zwei weiteren Woche ging ich erneut zu der Wache und berichtete erneut mein Anliegen. Dieses Mal wurde mir versprochen, dass die entsprechende Behörde mich anruft und ich hinterließ meine Kontaktdaten – bis heute gab es kein Rückruf.
    Zudem habe ich weder ein Schreiben per Post bekommen, dass ich ein Bußgeld bezahlen soll oder dass die Führerscheinstelle mir die Fahrerlaubnis entzieht.
    Ein neuen Personalausweis habe ich bereits beantragt und erhalten. Bei dem Führerschein weiß ich allerdings absolut nicht, wie ich vorgehen soll. Was passiert, wenn ich erneut in eine Kontrolle komme? Ich führe trotz aller Unklarheiten täglich mein Fahrzeug, allerdings habe ich den Konsum jeglicher Betäubungsmittel ab besagtem Tag sofort eingestellt.
    Ich möchte nun auch keine ,,schlafenden Hunde” wecken und bei der Polizei oder der Führerscheinstelle nachhaken. Wie soll ich mich verhalten?

    Ich bitte um schnelle und aufschlussreiche Hilfe

    Mit freundlichen Grüßen
    Marc

    • Hallo Marc,

      dies erscheint in der Tat nicht die übliche Vorgehensweise zu sein, allerdings wäre in diesem Fall die Konsultation eines Anwalts zu empfehlen. Im Grunde wurde Ihnen vorläufig der Führerschein entzogen, da die Beamten ihn in Gewahrsam genommen haben. Ein Beschlagnahmung durch die Polizei sollte allerdings innerhalb von drei Tagen Bestätigung durch einen Richter erfahren. Nach Ihren Aussagen scheint dies nicht der Fall zu sein. Sie haben darüber hinaus das Recht der Beschlagnahmung zu widersprechen, was sicherstellt, dass auch wirklich eine richterliche Entscheidung gefällt wird.

      Nach einer vorläufigen Beschlagnahmung der Fahrerlaubnis dürfen Sie zudem kein Fahrzeug führen. Tun Sie das doch, machen Sie sich strafbar. Wir dürfen leider keine Rechtsberatung geben, aber es ist wirklich zu empfehlen, Ihren Fall mit einem Rechtsanwalt zu erörtern.

      Die Redaktion von fahrverbot.com

  2. Hallo,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Dass ich am besten einen Anwalt aufsuchen sollte, habe ich mir schon gedacht. Allerdings möchte ich, wie vorher ja schon geschrieben, keine schlafenden Hunde wecken. Zudem habe ich gelesen, dass es sich bei meinem Vergehen um eine Ordnungswidrigkeit handelt, welche nach drei bzw. sechs Monaten verjährt und somit den Anspruch auf das Bußgeld, die zwei Punkte und das einmonatige Fahrverbot verfehlt. Falls dies der Fall sein sollte, benachrichtigt die Polizeibehörde die zustellige Führerscheinstelle dennoch, um durch diese gegebenenfalls eine MPU anzuordnen? Ich bitte um Berichtigung, falls ich etwas falsch aufgefasst habe.
    Und ja, es ist richtig, dass ich bis zum heutigen Zeitpunkt keinerlei schriftliche Ausführungen über die Sache zugestellt bekommen habe.

    In Zukunft werde ich, nach Ihrer Bescheibung auch vorerst kein Fahrzeug mehr führen – auf sowas muss man doch erstmal schriftlich hingewiesen werden (*kopfschütteln*).

    Freundliche Grüße

    • Hallo Marc,

      im Gegensatz zu Verkehrsordnungwidrigkeiten nach § 24 StVG (Geschwindigkeitsüberschreitung, Rotlichtverstoß etc.) erfolgt die Verjährung für Ordnungswidrigkeiten nach § 24a StVG (Alkohol und Drogen) nicht nach drei Monaten bzw. nach spätestens 6 Monaten, sondern bei Fahrlässigkeit nach frühstens sechs Monaten und bei Vorsatz nach einem Jahr. Somit liegt bei Ihnen bisher keine Verjährung vor. Die Polizeibeamten sind offenbar davon ausgegangen, dass Ihre Fahrerlaubnis infolge der Tat entzogen wird und haben daher vorläufig Ihren Führerschein einbehalten. Nach einer Drogenfahrt ist darüber hinaus eine MPU fast immer erforderlich.

      Es scheint so, als sei in Ihrem Bußgeld- bzw. Strafverfahren etwas schief gelaufen zu sein. Ein Gespräch mit einem Anwalt wird aber keine “schlafenden Hunde” wecken. Er kann Sie aber zum weiteren Vorgehen beraten.

      Die Redaktion von fahrverbot.com

  3. Sehr geehrte Damen und Herren!
    Folgende Situation: Ich bin österr. Staatsbürger, arbeite in Holland und wurde im Dezember 16 auf der Heimreise nach Österreich bei einer verdachtsunabhängigen Verkehrskontrolle auf THC-Konsum überprüft. Es folgte eine Blutabnahme.
    Im April 17 bekam ich die Nachricht, dass mir die Fahrerlaubnis für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland – Aberkennung des Rechts zur Nutzung einer ausländischen Fahrerlaubnis – entzogen wird. Habe dagegen Einspruch erhoben. Noch keine Antwort erhalten.
    Im Mai 17 erhielt ich einen Bußgeldbescheid über € 1.139,- / 2 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot in Deutschland. Die Viermonats-Frist wurde gewährt.
    Meine Frage: Ist dieser Vorgang rechtlich richtig? 1x Entzug der Fahrerlaubnis, 1x Busgeldbescheid und 1 Monat Fahrverbot.
    Danke für Ihre Rückmeldung.

    • Hallo Brigitte,

      zu individuellen Einzelfällen dürfen leider wir keine Einschätzung abgeben, da wir keine Rechtsberatung geben dürfen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich zur Klärung Ihrer Frage an einen Rechtsanwalt zu wenden.

      Die Redaktion von fahrverbot.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.