Rote Ampel überfahren – Fahrverbot beim Rotlichtverstoß

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Die Lichtzeichenanlage im Straßenverkehr

Eine rote Ampel zu überfahren ist eine schwerwiegende Verkehrsordnungswidrigkeit.

Eine rote Ampel zu überfahren ist eine schwerwiegende Verkehrsordnungswidrigkeit.

Der Einsatz von Ampeln ist sinnvoll. Mittels Lichtsignal wird der Verkehrsfluss verbessert und eine Gefahrensituation entschärft. Ampeln sind daher an Kreuzungen, Einmündungen sowie Engstellen wie Brücken oder Baustellen anzutreffen.

Mit einer Ampel kann der Verkehr insgesamt optimiert werden. Besonders bei hoher Verkehrsdichte und mehreren Fahrbahnen sorgt sie für klare Verhältnisse auf der Straße. Durch das Lichtsignal wird der Verkehr entsprechend geregelt, so dass eindeutig geklärt ist, wer entsprechend Vorfahrt hat. Gerade an Verkehrsknotenpunkten mit vielen Fahrbahnen und ggf. einem Fußgängerüberweg wäre eine effiziente Verkehrsführung mittels Verkehrsschildern nicht praktikabel.

Neben der Regelfunktion der Ampel trägt sie auch enorm zur Verkehrssicherheit bei. Sind Kreuzungen oder Einmündungen schwer einsehbar, unübersichtlich oder kompliziert, kann durch eine Ampel zur Reduzierung von Unfällen beigetragen werden. Auch an Baustellen oder sonstigen Engstellen, an denen beispielsweise nur eine Fahrbahn nutzbar ist, kann die Lichtzeichenanlage den Vorrang regeln. In der Regel werden beim sogenannten Einbahnwechselverkehr mobile Ampelanlagen verwendet. Entsprechend der Länge einer Engstelle und der notwendigen Zeit, um diese zu räumen, wird die Dauer der Rotphase eingestellt.

Gemäß § 37 Straßenverkehrsordnung (StVO) haben Lichtzeichen stets Vorrang vor Verkehrszeichen. Die Bedeutung der einzelnen Lichtsignale an Kreuzungen ist § 37 Abs. 2 Nr. 1 StVO beschrieben:

(2) Wechsellichtzeichen haben die Farbfolge Grün – Gelb – Rot – Rot und Gelb (gleichzeitig) – Grün. Rot ist oben, Gelb in der Mitte und Grün unten.

  1. An Kreuzungen bedeuten:

Grün: „Der Verkehr ist freigegeben“.

Er kann nach den Regeln des § 9 abbiegen, nach links jedoch nur, wenn er Schienenfahrzeuge dadurch nicht behindert.

Grüner Pfeil: „Nur in Richtung des Pfeils ist der Verkehr freigegeben“.

Ein grüner Pfeil links hinter der Kreuzung zeigt an, dass der Gegenverkehr durch Rotlicht angehalten ist und dass, wer links abbiegt, die Kreuzung in Richtung des grünen Pfeils ungehindert befahren und räumen kann.

Gelb ordnet an: „Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten“.

Keines dieser Zeichen entbindet von der Sorgfaltspflicht.

Rot ordnet an: „Halt vor der Kreuzung“.

Nach dem Anhalten ist das Abbiegen nach rechts auch bei „Rot“ erlaubt, wenn rechts neben dem Lichtzeichen Rot ein Schild mit grünem Pfeil auf schwarzem Grund (Grünpfeil) angebracht ist. Wer ein Fahrzeug führt, darf nur aus dem rechten Fahrstreifen abbiegen. Dabei muss man sich so verhalten, dass eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs der freigegebenen Verkehrsrichtung, ausgeschlossen ist.

Schwarzer Pfeil auf Rot ordnet das Halten, schwarzer Pfeil auf Gelb das Warten nur für die angegebene Richtung an.

Ein einfeldiger Signalgeber mit Grünpfeil zeigt an, dass bei Rot für die Geradeaus-Richtung nach rechts abgebogen werden darf.

Geblitzt bei Rot – welche Strafe bei roter Ampel droht

Rote Ampel: Blitzer sind keine Seltenheit.

Rote Ampel: Blitzer sind keine Seltenheit.

Angesichts der regelnden und verkehrssichernden Bedeutung der Lichtzeichenanlagen verwundert es nicht, dass die Behörden einen Rotlichtverstoß mit hohen Bußgeldern ahnden. Wer bei „Rot“ über die Ampel fährt, verstößt generell gegen den Vertrauensgrundsatz im Straßenverkehr. Grundsätzlich können andere Autofahrer, trotz entsprechender Sorgfaltspflicht, davon ausgehen, dass sich jeder andere Kraftfahrer an die Verkehrsregeln hält. Entsprechend erhöht ist die Unfallgefahr, wenn es zu einem Rotlichtverstoß kommt.

Im Sinne der Verkehrssicherheit überwachen die Polizei- und Ordnungsbehörden daher eine Vielzahl von Ampelanlagen. Zielsetzung ist, die Beachtung des Rotlichts zu fördern und dadurch das Gefährdungspotenzial zu minimieren. Gegenwärtig kommen über 4.200 festverbaute Ampel-Blitzer zum Einsatz. Neben den stationären gibt es aber auch mobile Rotblitzer, welche je nach Bedarf und Gefährdungslage flexibel eingesetzt werden können.

Wird eine rote Ampel überfahren, gilt dies als schwerwiegende Ordnungswidrigkeit und wird entsprechend streng geahndet, sollte der Kraftfahrer verbotenerweise in den Schutzbereich einer Lichtzeichenanlage einfahren. Führt jemand sein Fahrzeug bei Rot über die Ampel und wird geblitzt, handelt es sich um einen Rotlichtverstoß.

Geblitzt bei „Rot“: Der Haltlinienverstoß

Wie ist ein Fall zu bewerten, bei dem der Kraftfahrer in letzter Minute bremst, die Haltelinie zwar überfährt, aber nicht in den Schutzbereich der Ampelanlage eindringt?

In der Regel wird der Blitzer der Ampel auch in dieser Situation ausgelöst. Es wird aber nicht von einem Rotlicht-, sondern von einem Haltlinienverstoß gesprochen. Ohne Gefährdung oder Sachbeschädigung kommen auf den Fahrer lediglich 10 Euro Bußgeld zu. Die rote Ampel wurde nicht überfahren, weshalb dies als eher geringe Verkehrsordnungswidrigkeit angesehen wird.

Im Bußgeldkatalog werden grundsätzlich zwei Arten von Rotlichtverstößen unterschieden. Entscheidend dabei ist die Dauer der Rotphase. Differenziert wird zwischen einfachem und qualifiziertem Rotlichtverstoß.

Rote Ampel überfahren unter 1 Sekunde

Kommt es zum Blitzer und die rote Ampel hatte eine Rotphase unter einer Sekunde, wird von einem einfachen Rotlichtverstoß gesprochen. Meist wurde zuvor die Dauer der Gelbphase überschätzt oder der Kraftfahrer wollte noch schnell abbiegen, statt entsprechend der StVO auf das nächste Lichtzeichen zu warten. Wird ein solcher Verstoß geahndet, müssen Kraftfahrer mit einem Bußgeld in Höhe von 90 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kam es dabei jedoch zu einer Gefährdung, fallen 200 Euro und zwei Punkte im Fahreignungsregister an. Zudem wird ein Fahrverbot von einem Monat verhängt. Bei einer Sachbeschädigung erhöht sich das Bußgeld auf 240 Euro.

Rote Ampel überfahren über 1 Sekunde

Geblitzt bei "Rot": Beim Strafmaß ist die Dauer der Rotphase entscheidend.

Geblitzt bei „Rot“: Beim Strafmaß ist die Dauer der Rotphase entscheidend.

Es handelt sich um einen qualifizierten Rotlichtverstoß, wenn die Rotphase bereits länger als eine Sekunde gedauert hat. Hier ist das Risiko eines Unfalls äußerst hoch. Besonders dann, wenn die kreuzende Fahrbahn bereits ein Freizeichen erhalten hat. Entsprechend streng sind die Behörden, wird eine rote Ampel überfahren. Wer geblitzt wurde, erhält ein Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot. Bei einer Gefährdung ist die Geldbuße um 120 Euro und mit Unfall um 160 Euro höher.

Doch nicht immer bleibt es bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit. Es gibt Fälle, in denen ein Rotlichtverstoß auch strafrechtlich relevant werden kann. Dies ist gegeben, wenn ein schwerer Eingriff in die Verkehrssicherheit vorliegt und dabei besonders rücksichtslos gehandelt wurde. Grundlage bildet der § 315c Strafgesetzbuch (StGB). Demnach kann die Strafe, wenn eine rote Ampel überfahren wurde, auch in einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestehen.

Es droht also nicht nur ein Fahrverbot per Bußgeldbescheid, sondern unter bestimmten Umständen auch die Vorladung zum Gericht. Eine Folge kann auch der Fahrerlaubnisentzug sein. Dieser kann regelmäßig als Nebenfolge bzw. als Maßregel zur Besserung und Sicherung verhängt werden. Dabei kommt es jedoch auf den Einzelfall an.

Im 315c Abs. 1 Nr. 2 heißt es:

Wer im Straßenverkehr […] grob verkehrswidrig und rücksichtslos die Vorfahrt nicht beachtet […]und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Grüner Pfeil: Bei „Rot“ geblitzt

Bei einem Grünpfeil darf die Ampel auch bei rot überfahren werden. Es muss aber zunächst gehalten werden.

Bei einem Grünpfeil darf die Ampel auch bei „Rot“ überfahren werden. Es muss aber zunächst gehalten werden.

Der sogenannte Grünpfeil stellt eine Ergänzung der Lichtzeichenanlage dar. Näher definiert ist er im § 37 StVO. Durch ihn kann die Wartezeit an einer Kreuzung für Rechtsabbieger verkürzt werden, sollte die Verkehrslage dies zulassen. Dann ist es erlaubt, eine rote Ampel zu überfahren.

Das Abbiegen ist nur dann zulässig, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden können. Anders als beim grün leuchtenden Pfeil einer Ampel, ist ein Kraftfahrer durch den Grünpfeil nicht dazu verpflichtet, in die angegebene Richtung abzubiegen. Das Warten vor einer roten Ampel trotz Grünpfeil und entsprechender Verkehrslage stellt keine Behinderung dar. Eine Ordnungswidrigkeit liegt aber vor, wenn der Grünpfeil passiert wird, ohne zuvor an der Haltelinie anzuhalten. In diesem Fall werden ein Punkt und ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro vergeben. Bei Gefährdung sind es 100 Euro und mit Sachbeschädigung 120 Euro.

Rote Ampel überfahren in der Probezeit

Nach der Erteilung der Fahrerlaubnis müssen alle Führerscheinneulinge eine Probezeit von zwei Jahren absolvieren. In dieser Zeit der Bewährung stehen die Fahranfänger unter besonderer Beobachtung. Kommt es zu schwerwiegenden Verstößen, werden vonseiten der Behörden entsprechend verkehrspädagogische Maßnahmen angeordnet. Bei leichteren Verstößen gibt es allerdings keine Unterschiede zu einem erfahrenen Kraftfahrer.

Bei den Verkehrsordnungswidrigkeiten, denen eine Probezeitmaßnahme folgen kann, wird unterschieden in sogenannte schwerwiegende A-Verstöße und weniger schwerwiegende B-Verstöße. Dabei wiegen zwei B-Verstöße genauso schwer wie ein A-Verstoß.

Beim ersten A-Verstoß bzw. nach zwei B-Verstößen wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert und es besteht die Verpflichtung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar. Dem zweiten folgen eine Verwarnung sowie eine Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung. Mit dem dritten schwerwiegenden Verkehrsvergehen wird der Führerschein entzogen.

Wer in der Probezeit eine rote Ampel missachtet, begeht gemäß Bußgeldkatalog einen A-Verstoß. Für den Ampelblitzer ist die Strafe grundsätzlich genauso wie bei einem erfahrenen Kraftfahrer, allerdings kommt noch die Probezeitmaßnahme hinzu. Wird also eine rote Ampel in der Probezeit überfahren, kommen beim einfachen Rotlichtverstoß 90 Euro Bußgeld, ein Punkt in Flensburg, eine Probezeitverlängerung auf vier Jahre sowie die Teilnahme an einem Aufbauseminar auf den Führerscheinneuling zu.

 Probezeitmaßnahmen
erste A-Verstoß*Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre
Teilnahme am Aufbauseminar
zweite A-Verstoß*Behördliche Verwarnung
Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung
dritte A-Verstoß*Entzug der Fahrerlaubnis
*bzw. zwei B-Verstöße

 

Radfahrer und Fußgänger: Strafe für die rote Ampel

 

Ein Rotlichtverstoß mit Fahrrad kann teuer werden.

Ein Rotlichtverstoß mit Fahrrad kann teuer werden.

Nicht nur Kraftfahrer können einen Rotlichtverstoß begehen, auch Fußgänger und Radfahrer können ein Bußgeldbescheid erhalten, sollten sie eine rote Ampel überfahren bzw. missachten.

Besonders im urbanen Verkehr kommt es häufig vor, dass durch Fahrradfahrer das Rotlicht ignoriert und noch schnell die Kreuzung überquert wird. Dieses riskante Manöver stellt juristisch eine Ordnungswidrigkeit dar. Hat ein Radfahrer eine rote Ampel überfahren, beträgt die Strafe mindestens 60 Euro und einen Punkt, ein Fahrverbot folgt nicht.

Bei der Vergabe von Punkten spielt es im Übrigen keine Rolle, ob der Radler einen Führerschein besitzt oder nicht. Hegt er nicht den Wunsch, die Fahrerlaubnis zu erwerben, gibt es für ihn allerdings auch keine weiteren Folgen. Möchte er jedoch die Führerscheinprüfung absolvieren, könnten die Punkte für eine rote Ampel weitreichende Konsequenzen haben. Notorischen Verkehrssündern auf zwei Rädern kann die Fahrerlaubnis verwehrt bleiben. Behörden sind auch dazu berechtigt, Maßnahmen zur Voraussetzung eines Führerscheins zu machen. Bei Alkoholsündern könnte eine solche beispielsweise in einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) bestehen.

Für Fußgänger sind die Bußgelder wesentlich geringer. Zudem gibt es für einen Verstoß gegen eine rote Ampel keine Punkte. Gemäß Bußgeldkatalog kann gegen Fußgänger, die einen Rotlichtverstoß begehen, ein Bußgeld in Höhe von 5 Euro verhängt werden. Kam es zum Unfall sind 10 Euro fällig.

Strafmaß für Fahrradfahrer, die eine rote Ampel überfahren haben

Einfacher Rotlichtverstoß (Rotphase unter einer Sekunde)

  • bei „Rot“ über die Ampel gefahren: 60 Euro Bußgeld und 1 Punkt
  • … mit Gefährdung: 100 Euro und1 Punkt
  • … mit Sachbeschädigung: 120 Euro und 1 Punk

Qualifizierter Rotlichtverstoß (Rotphase über einer Sekunde)

  • bei „Rot“ über die Ampel gefahren: 100 Euro und 1 Punkt
  • … mit Gefährdung: 160 Euro und 1 Punkt
  • … mit Sachbeschädigung: 180 Euro und 1 Punkt

Bußgeldkatalog - Rotlichtverstoß

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Bei „Rot“ über die Ampel gefahren90 €1
...mit Gefährdung200 €21 Monate
... mit Sachbeschädigung240 €21 Monate
Ampel bei „Rot“ überfahren
(Rotlicht bereits länger als 1 Sekunde)
200 €21 Monat
(ggf. Straftat - auch Geldstrafe, Führerscheinentzug sowie Freiheitsstrafe bis 5 Jahre möglich)
... mit Gefährdung320 €21 Monat
(ggf. Straftat - auch Geldstrafe, Führerscheinentzug sowie Freiheitsstrafe bis 5 Jahre möglich)
... mit Sachbeschädigung360 €21 Monat
(ggf. Straftat - auch Geldstrafe, Führerscheinentzug sowie Freiheitsstrafe bis 5 Jahre möglich)
Nach rechts abbiegen ohne vorher zu halten an einer roten Ampel, an der rechts ein grüner Pfeil angebracht ist70 €1
... mit Gefährdung100 €1
... mit Verursachung eines Unfalls120€1
Nach rechts abbiegen, ohne vorher zu halten an einer roten Ampel, an der rechts ein grüner Pfeil angebracht ist und dabei den Fußgänger- oder Fahrradverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung behindern110 €1

 

Fahrverbot wegen Ampelblitzer: Was können Sie tun?

Wer bei "Rot" über die Ampel fährt, riskiert einen Unfall.

Wer bei „Rot“ über die Ampel fährt, riskiert einen Unfall.

Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß steht fest: Der Führerschein muss für einen Monat abgegeben werden. Das Fahrverbot ist im Verkehrsrecht eine der schwerwiegendsten Maßnahmen, die bei einer Ordnungswidrigkeit verhängt werden können. Einen Kraftfahrer versetzt es häufig in eine komplizierte Situation, denn immerhin muss die Mobilitätspause irgendwie überbrückt werden. Existiert beispielsweise keine entsprechende Infrastruktur bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln, kann selbst der Weg zur Arbeit eine Herausforderung werden.

Ignoriert ein Kraftfahrer eine rote Ampel, wird dabei geblitzt und anschließend zu einer Mobilitätspause verdonnert, ist es nicht leicht, dieses Fahrverbot zu umgehen. Auch wenn der Irrglaube weit verbreitet ist, dass man sich von einem Fahrverbot freikaufen könne, ist dies dennoch nicht möglich. Zumindest nicht ohne gerichtliches Verfahren und juristischen Beistand durch einen Anwalt.

Nur ein Richter kann entscheiden, ob ein Fahrverbot für einen Rotlichtverstoß in ein deutlich erhöhtes Bußgeld umgewandelt werden kann. Möglich ist dies, wenn es zu besonderen Härten durch die Strafe kommt, weil der Kraftfahrer beispielsweise auf den Führerschein beruflich angewiesen ist. Auch Augenblicksversagen kann als Begründung für ein Absehen vom Fahrverbot sein.

Mitzieheffekt als Augenblicksversagen

Zum sogenannten Mitzieheffekt kann es auf einer mehrspurigen Straße mit Ampel kommen, insbesondere dann, wenn die Ampelschaltungen je Spur verschieden sind. Ein unaufmerksamer Fahrer kann sich dann von der nebenliegenden Spur mitziehen lassen, sobald die Ampel auf Grün umschaltet und die nebenstehenden Fahrzeuge losfahren, trotz Rotphase auf der eigenen Spur.

Das Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe hatte in einem Urteil (2 (6) SsBs 558-09) entschieden, dass in dieser Situation von einem Augenblicksversagen ausgegangen werden kann. Da kein Vorsatz oder eine grobe Fahrlässigkeit vorliegen, kann von einem Fahrverbot abgesehen werden, auch wenn bei „Rot“ über eine Ampel gefahren wurde.

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