Müssen Sie den Führerschein im Alter abgeben?

Können Behörden Senioren den Führerschein entziehen?

Sollten Sie den Führerschein im Alter abgeben?

Sollten Sie den Führerschein im Alter abgeben?

Der Führerschein bedeutet Lebensqualität – dieser Fakt gilt für alle Altersklassen. Die Individualmobilität mit dem Auto ist für viele Kraftfahrer Ausdruck ihrer Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit.

Schwinden aber nach jahrzehntelanger Fahrpraxis die Fähigkeiten ein Auto zu führen, kann dies für Probleme sorgen. Für einige Betroffene stellt sich dann die Frage, ob sie den Führerschein im Alter abgeben sollten.

Andere in die Jahre gekommene Autofahrer haben dagegen Angst vor dem Führerscheinentzug für Senioren. Für sie würde der Verlust der Fahrerlaubnis einen erheblichen Einschnitt die die Lebensplanung bedeuten. Sie befürchten, zukünftig abhängig zu sein und wehren sich vehement gegen den Gedanken, auf das Auto zu verzichten.

Häufig sind es aber auch die Partner, Kinder und Enkel, die wollen, dass ihre Ahnen den Führerschein abgeben. Im Alter klingt das oftmals nach Bevormundung – nicht selten ist ein Streit die Folge. Dieser Ratgeber informiert Sie darüber, wann die Behörden Oma oder Opa den Führerschein abnehmen, wie alte Menschen davon überzeugt werden können, auf das Autofahren zu verzichten, und ob wirklich jeder den Führerschein abgeben muss wegen dem Alter.

Wann ist ein Führerscheinentzug altersbedingt möglich?

Ärzte können ein Fahrverbot für Senioren anordnen.

Ärzte können ein Fahrverbot für Senioren anordnen.

Zunächst ist erstmal festzuhalten, dass es im deutschen Verkehrsrecht kein Fahrverbot für Senioren gibt. Folglich existiert auch keine Frist, nach der sie den Führerschein im Alter abgeben müssen.

Die Fahrerlaubnis für das Auto gilt unbegrenzt – quasi auf Lebenszeit. Alte Menschen, die sich guter Gesundheit erfreuen, sich an die Verkehrsregeln halten und besonnen fahren, können den Führerschein auch im Herbst des Lebens ausgiebig nutzen.

Anders verhält es sich, wenn sich Verkehrsverstöße häufen, es zu Parkschäden oder schwereren Unfällen kommt. Erhärtet sich der Verdacht, dass die notwendige Fahreignung nicht mehr vorliegt, besteht durchaus die Möglichkeit, die Fahrerlaubnis auf behördlichem Weg zu entziehen.

Nur das Erreichen eines gewissen Alters reicht dazu allerdings nicht aus. Es muss außerdem körperliche oder geistige Defizite geben. Zur Meldung ist beispielsweise die Polizei nach einem Unfall berechtigt. Nicht selten müssen auch Gerichte über einen Fahrerlaubnisentzug bei Senioren entscheiden.

Maßgeblich ist der § 11 Abs. 2 Fahrerlaubnisverordnung (FeV). Dieser gibt den Behörden die Berechtigung, bei Bedenken gegen die körperlichen und geistigen Fähigkeiten eines Kraftfahrers eine ärztliche Untersuchung anzuordnen. Im Ergebnis kann die Fahrerlaubnisbehörde dann Auflagen anordnen oder die betagten Kraftfahrer müssen den Führerschein im Alter abgeben.

Außerdem gelten natürlich auch die klassischen Regeln für einen Fahrerlaubnisentzug. Hat ein Autofahrer z. B. acht Punkte in Flensburg gesammelt oder eine Straftat im Straßenverkehr begangen, kann der Führerschein eingezogen werden. Im Anschluss kann dann eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden.

Oma und Opa wollen den Führerschein altersbedingt nicht abgeben

Gesprächsbedarf: Sollte er den Führerschein altersbedingt abgeben?

Gesprächsbedarf: Sollte er den Führerschein altersbedingt abgeben?

Häufig sind es aber nicht die Behörden, die fordern, dass Autofahrer den Führerschein im Alter abgeben.

Oftmals sind es die Angehörigen, die sich Sorgen um ihre in die Jahre gekommenen Partner, Eltern, Großeltern oder Freunde machen. Sind Oma oder Opa uneinsichtig, ist oft Streit vorprogrammiert.

Gerade der Führerschein hat für ältere Menschen eine hohe Bedeutung.

Er ermöglicht das Einkaufen im Nachbarort, eine unabhängige Freizeitgestaltung und ist ein Garant für Selbstbestimmtheit. Die Lebensführung wird zumindest wesentlich komplizierter, wenn die Mobilität mit dem PKW wegfällt.

Sind die Großeltern allerdings noch rüstig und geistig fit, besteht für die Diskussion, ob sie den Führerschein im Alter abgeben sollten, meist keine Grundlage. Fällt den Angehörigen aber auf, dass die Fahrweise zunehmend unsicherer und die Reaktion langsamer wird oder die betroffenen Personen mit dem Führen vom Kraftfahrzeug überfordert sind, sollte das Gespräch gesucht werden. Auch ein zu schnelles Fahren und verängstigte Beifahrer sind Gründe, das Führerscheinthema aufzuwerfen.

Angehörige sollte sollten allerdings behutsam vorgehen. Sie sollten erklären, warum sie sich Sorgen machen und warum sie glauben, dass es besser wäre, auf das Führen des PKW zu verzichten. Oftmals erkennen die Betroffenen selbst nicht, dass es Probleme gibt. In solchen Fällen klammern sie sich an den Führerschein. Angehörige sind aber nicht dazu berechtigt, den Führerschein in Gewahrsam zu nehmen.

Besser ist es dann, mit dem Hausarzt zu sprechen, damit dieser dem Senioren noch einmal ins Gewissen redet. Auch die Führerscheinstelle ist eine geeignete Adresse, wenn er uneinsichtig ist. Diese kann eine ärztliche Untersuchung oder MPU anordnen. Bei negativem Ergebnis muss der Senior den Führerschein im Alter abgeben. Dann wird von einem ärztlichen Fahrverbot gesprochen.

Es gibt kein Autoverbot für Senioren

Seit 2013 sind neuausgestellte Führerscheine nur noch 15 Jahre gültig. Für die alte Fahrerlaubnis gibt es aber einen Bestandsschutz bis 2033. Allerdings geht es bei der Befristung rein um formale Gründe wie der Aktualisierung des Fotos. Die Fahreignung wird dabei nicht überprüft. So gilt auch weiterhin, dass es für Senioren keinen automatischen Führerscheinentzug gibt.

Fit & gesund: Nicht jedem droht der Führerscheinentzug im Alter

Ist der Gesundheitszustand gut, müssen Sie den Führerschein nicht abgeben im Alter.

Ist der Gesundheitszustand gut, müssen Sie den Führerschein nicht abgeben im Alter.

Sind die Senioren noch gut drauf und haben keine größeren Beschwerden beim Autofahren, steht dem Führen eines Kfz eigentlich auch nichts entgegen.

Manche Kraftfahrer können noch mit Ende 80 sicher ein Auto fahren, während bei anderen bereits mit Rentenbeginn Schluss ist.

Eine pauschale Aussage lässt sich also nicht dazu treffen, wann Personen den Führerschein im Alter abgeben sollten.

Im Übrigen muss der Führerschein auch nicht wirklich zur Fahrerlaubnisbehörde gebracht werden. Es reicht, wenn Sie sich nicht mehr an das Steuer eines PKW setzen. Wer aber einen klaren Schnitt machen möchte, kann auch freiwillig den Führerschein im Alter abgeben. Dazu muss bei der Führerscheinstelle der Verzicht erklärt werden.

Wer allerdings gern weiter ein Auto fahren möchte und dazu auch in der Lage ist, sollte einige Dinge beachten:

  • Überfordern Sie sich nicht.
  • Fahren Sie bekannte Strecken.
  • Vermeiden Sie Nachtfahrten.
  • Nutzen Sie für längere Strecken lieber Bus und Bahn.
  • Machen Sie jährlich einen Gesundheits-Check sowie einen Seh- und Hörtest.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach seiner Einschätzung.
Fahrschulkurse für Senioren

Besteht Unsicherheit darüber, ob Sie den Führerschein im Alter besser abgeben sollten, gibt es auch die Möglichkeit, spezielle Senioren-Kurse bei einer Fahrschule zu buchen. Auch Automobilclubs oder Prüforganisationen wie TÜV und Dekra bieten sogenannte Fahrfitness-Checks an.

Für betagte Kraftfahrer können solche Angebote durchaus nutzbringend sein. Immerhin erhalten sie so eine objektive Einschätzung ihrer Fähigkeiten. Manch einem Senioren wird auch erst dadurch bewusst, dass es Zeit wird, den Führerschein abzugeben.

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