Ab wann droht ein Fahrverbot und wann muss man es antreten?

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Fahrverbot: Ab wann wird es vergeben?

Ab wann droht ein Fahrverbot? Mit 100 km/h durch eine 30er-Zone zu fahren, führt z. B. zu drei Monaten Fahrverbot.

Ab wann droht ein Fahrverbot? Mit 100 km/h durch eine 30er-Zone zu fahren, führt z. B. zu drei Monaten Fahrverbot.

Für Verkehrsordnungswidrigkeiten gibt es drei verschiedene Arten der Sanktion gemäß Bußgeldkatalog. Diese wären Punkte in Flensburg, Verwarngeld bzw. Bußgeld sowie das Fahrverbot. Je nach Schwere der Ordnungswidrigkeit findet eine Abstufung in der Strafe statt.

Das Fahrverbot stellt dabei die schwerwiegendste Maßnahme dar, denn als „kleiner“ Fahrerlaubnisentzug beeinflusst er das alltägliche Leben weitreichend.

Der eigentliche Entzug der Fahrerlaubnis erfolgt in der Regel nach Straftaten wie Fahrten im Vollrausch, Fahrerflucht oder nach Erreichen der acht Punkte in Flensburg. Während beim Fahrverbot die Mobilitätspause zeitlich begrenzt auf ein bis drei Monate ist und somit automatisch endet, ist der Fahrerlaubnisentzug unbegrenzt. Erst nach einem Antrag auf Wiedererteilung und Zustimmung durch die Behörden wird der Führerschein wieder ausgehändigt.

Für viele Kraftfahrer ist das Fahrverbot besonders unangenehm. Häufig verlangt es von Betroffenen ein Höchstmaß an Kreativität bei der Strukturierung ihres Lebens. Die Strecke zwischen dem Zuhause und dem Arbeitsplatz muss überwunden und der Wocheneinkauf im Supermarkt getätigt werden – alltägliche Wege werden somit zur Herausforderung.

Nicht selten hängt die berufliche Existenz am Führerschein, weshalb jeder Kraftfahrer wissen sollte, ab wann ein Fahrverbot vergeben wird. Der folgende Ratgeber informiert Sie darüber, ab wann Sie mit einem Fahrverbot rechnen und wann Sie ein Fahrverbot antreten müssen.

Ab wann wird das Fahrverbot bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung vergeben?

Mal ein wenig schneller fahren, weil die Straße frei ist und die Zeit einem im Nacken sitzt – es gibt wohl keinen Kraftfahrer, der diese Situation nicht kennt. Im Bußgeldkatalog ist genau beschrieben, ab wann es zum Fahrverbot kommt. Zu schnell sind PKW- bzw. Kraftrad-Fahrer beispielsweise, wenn sie außerhalb geschlossener Ortschaften mit mehr als 41 km/h zu viel unterwegs sind. Es folgt ein Regelfahrverbot. Innerorts gibt es dieses bereits ab 31 km/h über Höchstgeschwindigkeit.

Für LKW-Fahrer oder PKW mit Anhänger sind die Regelungen strenger. Ab wann es zum Fahrverbot kommt, können Sie der folgenden Bußgeldtabelle entnehmen.

Ab wann folgt ein Fahrverbot bei zu hoher Geschwindigkeit?

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbot
Geschwindigkeitsverstoß mit PKW oder Kraftrad (außerorts)
41 - 50 km/h160 €2 Punkte1 Monat
51 - 60 km/h240 €2 Punkte1 Monat
61 - 70 km/h440 €2 Punkte2 Monate
über 70 km/h600 €2 Punkte3 Monate
Geschwindigkeitsverstoß mit PKW oder Kraftrad (innerorts)
31 - 40 km/200 €2 Punkte1 Monat
41 - 50 km/h280 €2 Punkte2 Monate
51 - 60 km/h480 €2 Punkte3 Monate
über 70 km/h680 €2 Punkte3 Monate
Geschwindigkeitsüberschreitung mit LKW bzw. PKW mit Anhänger (außerorts)
31 bis 40 km/h160 €2 Punkte1 Monat
41 bis 50 km/h240 €2 Punkte1 Monat
51 bis 60 km/h440 €2 Punkte2 Monate
über 60 km/h600 €2 Punkte3 Monate
Geschwindigkeitsüberschreitung mit LKW bzw. PKW mit Anhänger (innerorts)
26 bis 30 km/h140 €2 Punkte1 Monat
31 bis 40 km/h200 €2 Punkte1 Monat
41 bis 50 km/h280 €2 Punkte2 Monate
51 bis 60 km/h480 €2 Punkte3 Monate
über 60 km/h680 €2 Punkte3 Monate

Beharrliche Pflichtverletzung (Wiederholungstäter)

In der obigen Tabelle sind lediglich die Regelfahrverbote bei einem Geschwindigkeitsverstoß aufgeführt, es kann aber darüber hinaus auch ein Fahrverbot für Wiederholungstäter vergeben werden.

Ab wann ein Fahrverbot wegen sogenannter beharrlicher Pflichtverletzung vergeben wird, ist im § 4 Abs. 2 Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) festgeschrieben. Wer innerhalb eines Jahres zweimal über 26 km/h zu schnell geblitzt wird, muss einen Monat auf den Führerschein verzichten. Folgt auf den zweiten Verstoß regulär ein Fahrverbot, wird 1 Monat aufgeschlagen. Ab wann dieses angetreten werden muss, hängt davon ab, ob der Kraftfahrer innerhalb der letzten zwei Jahre bereits ein Fahrverbot hatte.

Ab wieviel Punkten folgt ein Fahrverbot?

Bei der Frage, ab wann ein Fahrverbot gegen einen Kraftfahrer verhängt wird, kommt es weniger auf den Punktestand in Flensburg an. Entscheidend ist beim Fahrverbot, ab wieviel Punkten je Verkehrsvergehen die Mobilitätspause folgt. Dies wurde vom Gesetzgeber grundsätzlich geregelt.

Wer eine gravierende Verkehrsordnungswidrigkeit begeht, welcher gemäß Bußgeldkatalog zwei Punkte folgen, erhält einen Bußgeldbescheid mit Fahrverbot. Ein hohes Bußgeld gehört ebenfalls zur Sanktion.

Ab wann folgt ein Fahrverbot? (Auswahl)

  • Abstandsverstoß (weniger als 3/10 des halben Tachowertes)
  • Alkohol (bei Überschreitung der 0,5 Promille-Grenze)
  • Bahnübergang (Verstoß gegen die Wartepflicht)
  • Beharrlichkeit (Wiederholungstäter)
  • Drogen (Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz)
  • Gravierende Geschwindigkeitsüberschreitungen (über 31 km/h innerorts bzw. über 41 km/h außerorts)
  • Rotlichtverstoß (mit Gefährdung bzw. bei Rotlicht seit über einer Sekunde)
  • Straftaten (als Maßregel der Besserung und Sicherung)
  • Überholen (trotz Überholverbot oder unklarer Verkehrslage und mit Gefährdung)

Fahrverbot: Wann und wo antreten?

Wahlfreiheit beim Fahrverbot: Ersttäter entscheiden, wann sie es antreten.

Wahlfreiheit beim Fahrverbot: Ersttäter entscheiden, wann sie es antreten.

Nach Erhalt vom Bußgeldbescheid, in dem ein Bußgeld, Punkte sowie das Fahrverbot verhängt wurden, haben Betroffene zwei Wochen Zeit, Einspruch einzulegen, wenn sie die Strafe als ungerechtfertigt betrachten oder ein Fall besonderer Härte vorliegt. Nach der Einspruchsfrist bzw. der Bezahlung vom Bußgeld wird das Fahrverbot rechtskräftig und muss angetreten werden.

Der genaue Zeitpunkt, wann Betroffene das Fahrverbot antreten müssen, ist allerdings abhängig von der Vorgeschichte des Kraftfahrers. Gilt er als Ersttäter, räumt die Behörde eine Frist von vier Monaten ein. Wurde gegen den Fahrer in den vergangen zwei Jahren bereits ein Fahrverbot verhängt, gilt er als Wiederholungstäter und muss direkt nach Rechtskraft vom Bußgeldbescheid den Führerschein in Gewahrsam geben.

Der Führerschein ist in der Regel bei der Behörde in Gewahrsam zu geben, welche auch den Bußgeldbescheid angeordnet hat. Unter Umständen kann es auch möglich sein, den Führerschein bei der örtlichen Polizeistation abzugeben. Wer dies erwägt, sollte aber zuvor dort nachfragen, ob dieser Service angeboten wird. Hierzu gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen.

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